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Haan: 50 weitere Flüchtlinge an die Bachstraße

Haan : 50 weitere Flüchtlinge an die Bachstraße

Dem Sozialausschusses schlägt die Verwaltung einen Umbau der alten Grundschule und des VHS-Hauses vor.

In vier früheren Klassenräumen des Schulaltbaues Bachstraße sollen Quartiere für 20 Flüchtlinge geschaffen werden. Und 30 Wohnplätze könnten in dem ehemaligen VHS-Gebäude auf dem oberen Teil des Schulgeländes entstehen. Diesen Vorschlag legt die Verwaltung zur Sitzung des Sozialausschusses am 12. Februar vor. Die Unterbringung ist bis 2015/16 geplant. Danach soll das Schulgelände, nach Abschluss des laufenden Bebauungsplanverfahrens vermarktet werden. Nach wie vor möchte der Verein Private Kindergruppe auf dem unteren Schulhofteil eine neue, fünfgruppige Kita bauen.

In den letzten zwei Jahren stieg die Zahl der in Übergangsheimen und anderen Gebäuden untergebrachten Flüchtlinge um 57 auf 118 Männer, Frauen und Kinder an. Allein im letzten Quartal kamen monatlich acht neue Flüchtlinge nach Haan. Bis zur Jahresmitte muss somit mit 40 weiteren Zuweisungen gerechnet werden.

Alle bestehenden Unterkünfte sind ausgebucht. Weitere Quartiere müssen geschaffen werden. Geplant, aber aus Finanzgründen noch nicht verwirklicht, sind zwei neue Containerbauten an der Ellscheider Straße und an der Landstraße. Entgegen der ursprünglichen Idee, die Altcontainer von der Ellscheid durch neue zu ersetzen, sollen die desolaten Unterkünfte jetzt — bis zur "Abgängigkeit", wie es im Verwaltungsdeutsch heißt — erhalten bleiben. Dann gäbe es an der Ellscheid 60 Wohnplätze. An der Landstraße entstehen in zwei Abschnitten ebenfalls 60 Plätze. Die 30 neuen Quartiere an der Ellscheid sollen die Menschen aufnehmen, die aktuell in drei Gebäuden an der Kreuzung Polnische Mütze untergebracht sind. Diese Häuser sollen für den Ausbau des Verkehrsknotens abgerissen werden.

Die neuen Quartiere an der Ellscheid sollten eigentlich zum 1. Januar 2014 bezogen werden. Weil die Verwaltung allerdings den Prüfauftrag bekam, ob Anmietung oder Kauf wirtschaftlicher sein würden, gab es einen Zeitverzug — ausgelöst durch die Verpflichtung, den Auftrag zeitaufwändig europaweit auszuschreiben. Bis auf den Abriss der Scheune Ellscheid und das Einplanieren des Geländes ist bisher noch nichts passiert.

Im vorigen Frühjahr hat der Stadtrat die für das Vorhaben an der Landstraße kalkulierten 977 000 Euro mit einem Sperrvermerk versehen, den der Hauptausschuss aufheben muss. Das ehemalige VHS-Haus für Wohnzwecke umzubauen, werde länger dauern, schreibt die Verwaltung in der Vorlage.

Im alten Schulhaus Bachstraße stehen vier Klassenräume unterhalb des Kita-Bereiches leer. Dort können Schlafplätze eingerichtet werden. Es gibt auch einen kleinen WC-Bereich. Küche und Duschbereich im früheren Schulpavillon, der seit etwa einem halben Jahr mit 27 Flüchtlingen belegt ist, sollen auch für die neuen Plätze dienen. Die Herrichtungskosten können aus Bauunterhaltungsmitteln bestritten werden.

In dem leerstehenden zweigeschossigen VHS-Gebäuden stehen mehrere Räume unterschiedlicher Größen zur Verfügung. "Küche und Sanitärbereich auf unterem Standard müssen neu geschaffen werden", wird in der Vorlage erläutert. Nach Überarbeitung der Elektrik kann auch die alte Heizung wieder in Betrieb genommen werden. Das Gebäudemanagement schätzt den Aufwand für die Herrichtung auf rund 150 000 Euro und geht von einer Bauzeit von drei bis vier Monaten ab Projektfreigabe aus.

Weil die Plätze an der Bachstraße nur bis etwa 2016 zur Verfügung stehen, müssen die Kapazitäten dauerhaft ersetzt werden. Das wird mit den 60 Plätzen an der Landstraße nur teilweise gelingen. Die Verwaltung prüft derzeit, ob leer stehende (Gewerbe-)Immobilien genutzt werden können; das alte Musikschulhaus Dieker Straße 49 könne dafür nicht gesichert werden.

(RP)