Hilden : 5 x 11 Jahre CCH

Unter dem Motto "Fünf mal Elf froh und heiter, Hilden feiert immer weiter" begeht die Dachorganisation des Hildener Brauchtums heute Abend im Bürgertreff Lortzingstraße ihr närrisches Jubiläum.

Schnappszahlen sind immer ein guter Grund zum Feiern — besonders für das Carnevals Comitee Hilden. In dieser Session blickt die offizielle Narrenvertretung auf 55 Jahre seit ihrer Gründung zurück. Anlass genug, sich mit dem präsidialen Dreigestirn des CCH, Wilhelm Gronen, Dieter Arnold und Frank Peters mal ganz ernsthaft über den organisierten Frohsinn zu unterhalten.

Vom KA zum CCH

Nirgends könnte man das besser als im Keller von Ehrenpräsident Gronen. Hier hängen über 500 Orden und Fotos aller Prinzenpaare seit Gründung des Karnevalausschusses 1953 hinter Glas. Der Hausherr ist Kniebachschiffer, Ehrendoktor der Narrenakademie und Träger des höchsten Karnevalordens Deutschlands. "Damals war unsere Hochzeit! ", erinnert sich der 86-Jährige. Also machten die Karnevalisten, die Bürgervereine Nord und Hilden Meide und der Wirteverein gemeinsame Sache und gründeten den Karnevalsausschuss Hilden (KA). Noch im selben Jahr zog der erste gemeinsame "Zoch" am Rosenmontag mit über 60 Fußtruppen und Wagen durch die Stadt und die begeisterten Jecken feierten ihre ersten Tollitäten, Martin Schönenborn und Ruth Kelzenberg. Schlagerwettbewerbe mit Lokal-Größen wie den "Peffermüs" sorgten für Stimmung bis in die Siebziger. Willi Gronen sorgte als Büttenredner in vielen Rollen für Lacher: "Als Honorar gabs ein Glas Wein." Eher zum Heulen waren die Jahre 1962 und 1992: Wegen des Hochwassers in Hamburg und des Golfkrieges fiel der Rosenmontagszug aus. Dazu kam das Fernsehen, der natürliche Feind der Lokal-Narren. "Inzwischen erwartet das Publikum gleiche Qualität in den Sitzungen", weiß der amtierende CCH-Präsident, Dieter Arnold. Früher konnte man sich noch "Die Räuber" erlauben, heute räubern die gebuchten Künstler die Komitee-Kasse.

Teurer Zooch

Mit rund 15 000 Euro muss allein für den Rosenmontagszug gerechnet werden, an dem sich die Vereine finanziell nicht beteiligen. Arnold: "Das ist in der gesamten Region eine Ausnahme." Wichtigste Einnahmequellen sind im Hildener Karneval die Werbung im Sessionsheft und Sponsoren. Nur so kann das CCH seine organisatorischen Aufgaben für eine Session finanzieren. Ernsthafte Sorgen macht dagegen der Nachwuchs: "Viele jugendliche Tänzer hören als Erwachsene auf. Außerdem haben wir leider ein Image als Altherrenliga.", bedauert Arnold. Die "Jugendparty" in der Stadthalle (ohne Kostüme !) soll gegensteuern. Die beliebte "Altweiber-Fete" kann zu seinem großen Bedauern aufgrund anderer Planungen der Stadthalle nicht mehr starten. Für Vizepräsident Frank Peters, gleichzeitig amtierender Prinz, ist für die Zukunft des Winterbrauchtums der Zusammenhalt aller Vereine in Hilden wichtig: "Wir müssen mit dem CCH an einem Strick ziehen, damit der Spaß im Karneval bleibt."

(RP)
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