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30.000 Bändchen sollen Einkaufen in Hilden vereinfachen

2G-Regel in Hilden : 30.000 Bändchen sollen das Einkaufen erleichtern

Der Einzelhandel setzt die 2G-Regel in Hilden konsequent um. Für die Kunden bedeutet das: Vor jeder Tür müssen sie ihr Impf- oder Genesenenzertifikat und ihren Ausweis zücken. Damit soll ab Donnerstag Schluss sein.

„Dann geh’ ich halt wieder – das ist mir jetzt echt zu blöd.“ Die Frau in dem Ein-Euro-Shop nimmt die Girlande wieder mit raus, hängt sie an den Ständer vor der Tür und geht verärgert weiter. Sie hätte nur kurz ihren Impfnachweis und ihren Ausweis zeigen müssen – aber das hat sie nicht eingesehen und durfte daher nicht ins Geschäft.

Die Mittfünfzigerin ist allerdings eine absolute Ausnahme an diesem Vormittag in Hilden. Der überwältigende Großteil der Kunden zeigt Impfnachweis und Ausweis geduldig an den Türen zu den Mode- und Sportgeschäften oder Elektronikmärkten vor. Teilweise bilden sich kurze Schlangen. Viele Menschen tragen in der Fußgängerzone einen Mundschutz. Die 2G-Regel, die seit Samstag gilt, sorgt zumindest an diesem Tag nicht für eine leere Mittelstraße.

Damit das auch so bleibt und die Kunden nicht vom ständigen 2G-Nachweisen völlig entnervt ihre Weihnachtsgeschenke lieber online kaufen, möchten Einzelhandel und Stadtmarketing die Einlasskontrollen vereinfachen – einmal Zertifikat und Ausweis vorlegen, den restlichen Tag ohne Kontrolle in allen Geschäften shoppen können. Das ist der Plan.

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„Die aktuelle Coronaschutzverordnung mit ihrer Forderung nach 2G-Kontrolle stellt den sogenannten nicht privilegierten Einzelhandel vor große Herausforderungen. Die Verordnung bietet aber die Möglichkeit zur Vereinfachung der geltenden Einlasskontrollen durch fälschungssichere und tagesaktuelle Prüfnachweise“, erklärt Stadtmarketing-Geschäftsführer Volker Hillebrand. „Konkret bedeutet dies, dass man zum Beispiel mit (Datums-)Stempel oder tages-unterschiedlichen Kontrollbändchen arbeiten darf, um kontrollierte Kunden zu kennzeichnen und diesen so den Zugang ins nächste Geschäft zu vereinfachen. Dieses Geschäft muss laut Verordnung solche Kunden nur noch stichprobenweise überprüfen“, schreibt der Stadtmarketing-Chef in einer Rundmail an die Geschäftsinhaber.

Verschiedenfarbige Bändchen befinden sich bereits auf dem Postweg nach Hilden, erklärt Hillebrand. „Wir haben sechsmal 5000 Bändchen bestellt, für jeden Tag eine andere Farbe“, sagt er. 30.000 insgesamt. Bereits am Donnerstag, so der Plan, sollen die Bändchen nach Überprüfung des 2G-Status an die Kunden verteilt werden.

Da es nicht zu viele Ausgabestellen geben soll, habe das Stadtmarketing einige größere Handelsunternehmen angesprochen, die ihre Bereitschaft signalisiert haben sollen, kontrollierten Kunden ein Bändchen umzubinden. Dabei handelt es sich unter anderem um die großen Modegeschäfte wie C&A oder H&M an der Mittelstraße. „Wir werden fünf bis zehn Geschäfte haben, die die Bändchen verteilen“, erklärt Volker Hillebrand. Wer dort sein Zertifikat vorlegt, braucht sich an diesem Tag nicht erneut auszuweisen.

Der bunte Nachweis mit dem Aufdruck „Einkaufen in Hilden – 2G kontrolliert“ hat an jedem Wochentag eine andere Farbe. Dadurch soll verhindert werden, dass die Bändchen an mehreren Tagen benutzt werden können. Außerdem sind die Bändchen so gestaltet, dass sie beim Ausziehen zerstört werden. So will das Stadtmarketing verhindern, dass sie einfach weitergereicht werden. Sollte es keine Kontrollbändchen mehr geben, können die Geschäfte ihren Kunden auch einen „Einkaufen in Hilden – 2G kontrolliert“-Stempel mit Datum beispielsweise auf die Innenseite der Hand stempeln. Wer sich weder eins der bunten Bändchen geben noch stempeln lassen möchte (oder auch nur seine Lieblingsboutique, aber kein anderes Geschäft aufsuchen möchte), kann laut Hillebrand auch einfach bei jedem Geschäft seinen Ausweis und seinen 2G-Nachweis vorlegen.

Das Ordnungsamt hat laut Hillebrand grünes Licht für die Bändchenaktion gegeben. Das Stadtmarketing möchte mit Plakaten in der Innenstadt auf die Vereinfachungsregelung hinweisen. Das Ordnungsamt hat stichprobenartige Kontrollen der 2G-Pflicht im Einzelhandel angekündigt.