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Hilden: 23 Motorräder gestohlen: Polizei ohne Spur

Hilden : 23 Motorräder gestohlen: Polizei ohne Spur

Zwischen Dienstag und Samstag vergangener Woche wurde eine Honda CBR 1000 RR aus einer Garage an der Forststraße gestohlen, berichtete gestern die Polizei.

"Die Einzelgarage wurde aufgebrochen", berichtet Polizeisprecher Frank Sobotta: "Die Maschine stand zum Verkauf und wurde von potenziellen Käufern angeschaut." Ob dies mit dem Diebstahl der Maschine zu tun habe, könne die Polizei im Moment noch nicht sagen. Schaden: 8500 Euro. Die Diebe nahmen auch Helm, Werkzeugsatz und Abdeckplane mit.

Seit September vergangenen Jahres sind in Hilden elf und in Monheim sowie Langenfeld zwölf Motorräder gestohlen worden. Schaden bislang: mehr als 230 000 Euro. "Wir haben im Moment keinen Fahndungsansatz", räumt Sobotta ein. "Nicht eine Maschine ist wieder aufgetaucht. Die Motorräder sind spurlos verschwunden. Und es gab keinen einzigen Hinweis aus der Bevölkerung." Fest steht bislang nur: Die Täter konzentrieren sich ganz offensichtlich auf den Südkreis. "Ansonsten haben wir keine auffälligen Fallzahlen." In 21 Fällen waren die Motorräder in Sammeltiefgaragen abgestellt. Zwei Mal, wie im aktuellen Fall, verschwanden die Kräder aus Einzelgaragen. Selbst zusätzliche, hochwertige Schlösser können die Diebe offenbar nicht aufhalten. "Die Täter kommen mit der Flex und knacken die Zusatzschlösser an Ort und Stelle", berichtet der Polizeisprecher. Diese Arbeiten müssten in einer Tiefgarage eigentlich auffallen. Bislang sind die Täter aber noch nie bemerkt oder gar gestört worden.

Die Fahnder wissen auch nicht, wie die Motorräder abtransportiert werden. Vermutlich werden sie in Transporter verladen, mutmaßt Sobotta. Fahrzeuge dieser Art seien allerdings zu hoch, um damit direkt in die Tiefgaragen zu fahren. Die gestohlenen Kräder müssten also aus der Tiefgarage geschoben und dann mit einer Rampe verladen werden. Oder in der Garage auf einen Anhänger verfrachtet werden. Diese Aktionen müssten eigentlich auffallen, sind aber in allen 23 Fällen noch nie beobachtet worden.

Erstaunlich sei auch die Auswahl, welche die Täter vornehmen. "Seltene und deshalb besonders wertvolle Motorräder bleiben stehen, die Täter konzentrieren sich auf gängige Marken wie BMW, Honda oder Ducati", erläutert Sobotta: "Das könnte auf Ersatzteilbeschaffung hindeuten." Die gestohlenen Maschinen werden zerlegt und in Einzelteilen verkauft, vermutet der Polizeisprecher. Das würde auch erklären, warum keine gestohlene Maschine wieder aufgetaucht ist.

Was können Motorradfahrer tun, um ihre Maschinen zu schützen? Sobotta rät zu zusätzlichen Schlössern und dem Ausbau der Batterie — "um den Dieben die Arbeit so schwer wie möglich zu machen". Wer seine Maschine zum Verkauf stellt, sollte Interessenten nicht zeigen, wo das Zweirad verwahrt wird und sich deren Namen und Telefonnummern notieren, so der Polizeisprecher. Besitzer sollten zurzeit möglichst täglich kontrollieren, ob ihre Maschine noch dort steht, wo sie abgestellt wurde. Die meisten Diebstähle würden erst Tage später bemerkt. Das erschwere die Fahndung. Vor Diebstahl gebe es keinen absolut sicheren Schutz, betont Sobotta: "Bei seiner Markteinführung galt der Porsche Cayenne als unstehlbar. Das war nach sechs Monaten schon wieder vorbei." Die Diebe hielten eben mit der Sicherheitstechnik Schritt.

(RP/jco)