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22 Module in drei Tagen: Klusenstraße wieder frei

Neubau für Wilhelm-Busch-Schule : 22 Module in 3 Tagen: Klusenstraße wieder frei

Der Grundschul-Standort an der Richrather Straße 134 erhält ein neues Nebengebäude mit vier Klassenräumen. Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan. Zum neuen Schuljahr soll der Neubau fertig sein.

Das dauert alles so lange, wird häufig bei öffentlichen Bauprojekten in Hilden geklagt. Das trifft auf den Neubau für die Wilhelm-Busch-Schule am Standort Richrather Straße 134 aber nicht zu: Mitte Januar 2020 bewilligt der Stadtrat in einer Sondersitzung 1,8 Millionen Euro für den Ersatz einen baufälligen Pavillons. Ausschreibung noch im Januar. Anfang April Abriss des Altbaus. Ab 18. Mai wird die Klusenstraße für die Tieflader gesperrt. Sie liefern 22 Module an, die ein Kran und sechs Monteure in nur drei Tagen zu einem neuen, zweistöckigen Gebäude zusammensetzen. Schulleiterin Tina Ritterbecks steht daneben und staunt: „Wir sind total glücklich. Wegen der Corona-Krise sind keine Kinder in der Schule. Das ist für uns ein Glück: Wir hätten gar nicht gewusst, wo wir die Kinder hätten unterbringen sollen.“

Bürgermeisterin Birgit Alkenings ist glücklich, dass das Projekt voll im Zeitplan liegt. „Wir mussten wirklich sehr knapp mit der Zeit kalkulieren. Jetzt spricht alles dafür, dass der Neubau nach den Sommerferien tatsächlich in Betrieb gehen kann“, bedankt sie sich bei allen Beteiligten.

Die beauftragte Firma Kleusberg ist ein mittelständische Familienunternehmen, das viel für öffentliche Auftraggeber arbeitet. Gebaut wird mit Modulen, erläutert Gebietsleiter Volker Kreit einen wichtigen Unterschied: „Container sind normierte Einheiten. Module werden individuell wie hier in Hilden auf das Grundstück angepasst.“ Der Neubau ist ein Stahlsystembau. Die einzelnen Raumeinheiten sind vormontiert und werden  fertig auf die Baustelle geliefert. Das spart viel Zeit im Vergleich zu einem Gebäude, das Stein auf Stein errichtet wird.

Kleusberg-Projektleiter ist Katja Karrenbrock. Sie managt die Baustelle: „Das größte Problem ist der Platzmangel.“ Deshalb sei sie froh, dass die Schulkinder aktuell nicht da seien. Die kurze Bauzeit sei schon „sehr sehr sportlich: „Wir hatten wenig Zeit für die Gründung. Jetzt sind die Module an Ort und Stelle. Für den Innenausbau haben wir zwei Monate geplant.“

Mit vier Klassen bietet der Neubau doppelt so viel Platz wie der Altbau. Vorgesehen sind (behindertengerechte) Toilettenanlagen, Garderoben, Lagerräume und ein Aufzug, der die beiden Ebenen (neben dem Treppenhaus) barrierefrei miteinander verbindet. Das Flachdach wird begrünt. Die Fassaden erhalten Alu-Holz-Fenster. Als Dämmung ist Mineralwolle vorgesehen. Eine ökologische Luft-Wasser-Wärmepumpe übernimmt die Wärmeversorgung. Dazu kann die vorhandene Gasbrennwerttherme genutzt werden.

Der Neubau entspricht der aktuellen Energiesparverordnung und verfügt über eine deutlich bessere Wärmeisolierung als der Altbau. Deshalb werde er die Klimabelastung im Ergebnis auch nicht erhöhen, erläutert Peter Palitza, Leiter des städtischen Amts für Gebäudemanagement. Er geht von einer Nutzungsdauer von mindestens 30 Jahren aus.

Bleibt die Frage: Warum haben sich die Baukosten von ursprünglich knapp eine Million Euro auf fast zwei Millionen nahezu verdoppelt? Antwort: Weil die meisten Anbieter so gut zu tun haben, dass eine so kleine Baumaßnahme für sie uninteressant ist. Außerdem sind die Baupreise deutlich gestiegen. Der Verwaltung ist es dann doch noch gelungen, genügend Anbieter für eine Ausschreibung zu finden – allerdings zu anderen Konditionen. Eine Ausschreibung ist für größere öffentliche Bauprojekte zwingend vorgeschrieben.