Hilden: 150 Jahre Hildener Stadtrecht

Hilden: 150 Jahre Hildener Stadtrecht

Am 18. November 1861 unterzeichnete König Wilhelm I. in Berlin die Urkunde über die "Verleihung der Rheinischen Städteordnung an die Gemeinde Hilden". Die Kommune konnte mit ihrer verkehrsgünstigen Lage und dem Aufblühen der Industrie punkten.

Kaum neigt sich Wilhelm Fabrys Geburtstags-Jahr dem Ende zu, haben die Hildener wieder Grund zum Feiern: 2011 jährt sich die Verleihung der Stadtrechte vor 150 Jahren. Wiederum an Fabrys Geburtstag, dem 25. Juni, wird es rund um das Rathaus ein großes Stadtfest geben. Da außerdem auch die Musikschule auf ihr 40-jähriges Bestehen zurückblicken kann, darf man sich am 18. November 2011 auf eine große Festveranstaltung in der Stadthalle freuen.

Zwei Jahre lang gerungen

Albert Koennecke, Bürgermeister in Hilden von 1851 bis 1865, wäre gewiss stolz darauf, dass seine jahrelangen Anstrengungen, für die Gemeinde Hilden Stadtrechte zu bekommen, Erfolg hatten: Am 18. November 1861 unterzeichnete König Wilhelm I. in Berlin die Urkunde über die "Verleihung der Rheinischen Städteordnung an die Gemeinde Hilden". Mitte des 19. Jahrhunderts war nicht zuletzt durch die Lage an der Itter aus dem ehemaligen Bauerndorf eine Siedlung frühindustrieller Prägung geworden. Hatte davor noch jeder zweite Hildener in Heimarbeit seinen Unterhalt durch Spinnen und Weben verdient, veränderte die Erfindung von durch Wasserkraft angetriebenen Maschinen den Alltag. Im Jahr 1861 wohnten rund 5000 Menschen in Hilden, 1000 waren bereits als Arbeiter in hiesigen Betrieben beschäftigt. Die Paul-Spindler-Werke oder die Seidenweberei und Druckerei Greßard u. Co. sind vielen heute noch ein Begriff.

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Die Entwicklung sozialer Einrichtungen wie Hilfskassen für Arme und Kranke (ab 1851), der erste Schulbau auf der Meide 1843 und der Ausbau des Straßennetzes von Benrath über Hilden ins Bergische (1817-1829) begünstigten ebenso Hildens Wachstum wie die Eisenbahnverbindung ins Ruhrgebiet, die für Kohle-Nachschub sorgte, und damit den Antrieb moderner Dampfmaschinen ermöglichte.

Die damaligen Stadtväter, allen voran der Fabrikant Wilhelm Kampf, betrieben ab 1859 den Antrag auf Stadtrechte. Der damalige Landrat Freiherr Raitz von Frentz setzte sich 1860 im Rheinischen Provinzial Landtag mit Sitz im Ständehaus Düsseldorf dafür ein. Unterstützung erfuhr Hilden auch durch den Bankier Karl von der Heydt aus Elberfeld, der referierte, dass "die Gemeinde Hilden, begünstigt durch ihre Lage und durch ein ungewöhnlich schnelles Aufblühen der Industrie schon seit Jahren in ihrer ganzen Erscheinung das Ansehen einer Stadt gewonnen hat".

Am 6. November 1860 wurde die Petition in der Plenarsitzung genehmigt und auf den Weg zur königlichen Unterzeichnung gebracht. Vorher waren noch steuerrechtliche Fragen sowie die Ablösung Hildens aus dem Gemeindeverband mit Eller zu klären. Da vor 150 Jahren Kommunikation länger dauerte, traf die offizielle Nachricht vom verliehenen Stadtstatus erst kurz vor Weihnachten ein. Deshalb konnte Bürgermeister Koennecke erst am 21. Dezember 1861 zum ersten Mal eine "Stadtverordneten-Versammlung" einberufen.

(RP)