11. Förderpreis Integration der Stadt Hilden ist verliehen

Hilden : Nach dem Dank rappt Kutlu Yurtseven los

Der Träger des 11. Förderpreises Integration ist Koordinator des Gebundenen Ganztags an der Marie-Colinet-Schule.

  Kutlu Yurtseven hat am Mittwoch den 11. Förderpreis Integration 2018 der Stadt Hilden aus den Händen von Bürgermeisterin Birgit Alkenings in Empfang genommen. Bis der Geehrte am Ende der Feierstunde das Wort ergriff, handelte es sich um eine gediegene und wohlgeformte Veranstaltung. Viele Ehrengäste aus Politik, Verwaltung und Schulen waren gekommen, unter ihnen Michaela Noll (MdB) und stellvertretender Landrat Ernst Buddenberg.

Nachdem sich Kutlu Yurtseven bedankt hatte, ging aber buchstäblich die Post ab. Das Publikum war begeistert. Er ist nämlich Rapper, Schauspieler, Entertainer. Zwar erhielt er seine Ehrung als Koordinator des Gebundenen Ganztags in der Marie-Colinet-Sekundarschule, Am Holterhöfchen. Aber sein künstlerischer Ausdruck macht seine ganze Persönlichkeit aus. Die Festgemeinde klatschte und sang zu seinen Liedern. Zu einem Lied begleitete ihn die Musikschullehrerin Elena Tepper perfekt am Klavier. Rap-Musik war für sie ein künstlerisches Debüt.

Wenn er schon die Erwachsenen mit seinen liebenswürdig vorgetragenen und trotzdem mahnenden Worten begeistern kann, wie mag das erst mit den Kindern und Jugendlichen sein. „Er hat die Auszeichnung verdient. Er ist ein Goldschatz“, schwärmt Schulleiterin Sabine Klein-Mach. „Seine Menschlichkeit und sein Können setzt er für jedes Kind ein“, fährt sie fort. Und weiter erzählt sie, dass Kutlu Yurtseven in der Schule zusammen mit der 94-jährigen jüdischen Hollocaust-Überlebenden Ester Bejaranow jüdische Lieder gesungen hat. Dieses Erlebnis sei einmalig für Schüler und Lehrer gewesen und bleibe für immer im Gedächtnis.

Kutlu Yurtseven ist nicht nur ein begeisterter Musiker. Er brennt für die Themen Gerechtigkeit, Toleranz, Menschenwürde. „Wir dürfen nicht schweigen“, sagt er in einem seiner Lieder und mahnt damit auch seine moslemischen Glaubensbrüder. Er ist Deutscher, er ist sogar Kölner von ganzem Herzen. „Wenn ich den Dom sehe, bin ich zu Hause“, sagt er, dessen Vater einst aus der Türkei kam. „Und wo kommst Du wirklich her?“, wird er zuweilen gefragt, wenn er sagt, dass er Deutscher ist. Das mache ihn wütend, sagt er. Das sei diskriminierend.

Den Integrationspreis hat Kutlu Yurtseven erhalten, weil er sich mit unendlich viel Mühe und Verständnis um die ihm anbefohlenen Kinder kümmert. Und weil er versteht, warum die Kinder von Migrantenfamilien manchmal anders „ticken“ als andere Kinder. Denen kann er dann Hilfestellung bieten. „Keiner darf verloren gehen“, diese Hildener Devise ist bei ihm in guten Händen.

Der Förderpreis ist verbunden mit einem Geldgeschenk von 800 Euro. Kutlu Yurtsevenwill das Geld spenden; zum einen an den Verband der Verfolgten des Naziregimes (VVNR) und zum anderen an die Seenotrettung. „Ich freue mich sehr über den Respekt vor meiner Arbeit“, sagt Kutlu Yurtseven. „Ich erhalte ihn für meine Freunde, für meine Kollegen, für meine Familie“.