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Zentrum für verfolgte Künste unterstützt regionale Künstler

Ausstellung : Corona-Kunst: Aus der Isolation hinein ins Zentrum

Das Zentrum für verfolgte Künste Solingen zeigt Werke aus der Corona-Zeit. Vertreten ist auch das Haaner Künstler-Duo Schneider und Mombaur. Güdny und Wolfram Schneider Mombaur haben ein blindes Fenster des Museums verspiegelt und an der Wand gegenüber den titelgebenden Schriftzug angebracht.

Nachdem feststand, dass das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen aufgrund der Corona-Pandemie sein reguläres Ausstellungsprogramm für 2020 nicht würde durchführen können, fassten Museumsdirektor Jürgen Kaumkötter und Kuratorin Birte Fritsch den Entschluss, stattdessen im Bergischen Städtedreieck lebende Kreative in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Das Zentrum rief deshalb in Form einer offenen Ausschreibung alle Solinger, Remscheider und Wuppertaler Künstler dazu auf, „die Zeit der Isolation, des Abgeschnittenseins, der womöglich erfahrenen Vereinsamung und existenziellen Sorgen künstlerisch zu dokumentieren und zu verarbeiten“.

Aus den eingereichten Bewerbungen hat eine Jury sechs Positionen ausgewählt, die jetzt unter dem Titel „Aus der Isolation – ein künstlerischer Dialog“ bis zum 13. September im Zentrum für verfolgte Künste zu sehen sind. Die Wahl fiel auf die Künstler Detlef Bach, Tatiana Feldman, Fabian Nette, Birgit Pardun, das Duo Schneider+Mombaur und Peter Wischnewski. Alle durften sich neben der Aufnahme in die Ausstellung auch über ein Preisgeld von jeweils 500 Euro freuen. „Durch Ausstellungsabsagen frei gewordene Mittel wollen wir als Beihilfe einsetzen“, sagt Museumsleiter Kaumkötter, der zusammen mit Birte Fritsch „Aus der Isolation“ kuratiert hat.

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„Herausgekommen ist eine ernste, aber manchmal auch amüsante Ausstellung“, beschreibt Kaumkötter die Präsentation der Arbeiten, die im Gräfrather Museum in den Dialog mit Werken aus der Sammlung des Zentrums treten. „Mit Blick auf das Gegenwärtige zeigen wir aus der Vergangenheit insbesondere Werke von Oscar Zügel, Carl Rabus und Felix Nussbaum“, merkt Kaumkötter an. Denn: „Das wesentliche Motiv der Kunstwerke unserer Sammlung sind Grenzerfahrungen, wie Emigration, Flucht, Vertreibung, Verlust der bürgerlichen Freiheitsrechte und Isolation.“

Eines der ungewöhnlichsten Projekte, die für die Schau „Aus der Isolation“ vom Zentrum realisiert wurde, ist die den (Museums)Innenraum mit dem Blick nach außen verbindende Installation „Spiegelgasse“ des Duos Schneider+Mombaur, die beide vor wenigen Jahren auch die Installation „Der Himmel über Haan“ am Giebel des Haaner Rathauses schufen. Güdny und Wolfram Schneider Mombaur haben ein blindes Fenster des Museums verspiegelt und an der Wand gegenüber den titelgebenden Schriftzug angebracht. Ein großes Fenster im Übergang zum oberen Ausstellungssaal bietet den besten Blick auf die Installation. Mit dem Titel Spiegelgasse verweisen Schneider+Mombaur auf die Adresse des Cabaret Voltaire in Zürich – den Gründungsort der Dada-Bewegung. „Auch Dada gab einer unsicheren Zeit künstlerischen Ausdruck“, beschreibt das Künstlerduo sein Konzept.