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Haan: Windhövel: Stadt will Investor an die Zügel nehmen

Haan : Windhövel: Stadt will Investor an die Zügel nehmen

Die Politik soll eine Veränderungssperre für das Gebiet beschließen. Der Investor reichte jetzt Klage ein.

Der Stadtentwicklungsausschuss wird sich am kommenden Dienstag mit dem weiteren Vorgehen am Windhövel befassen. Wie jetzt bekannt wurde, hat ein Investor gegen die Zurückstellung seines Antrags für ein Grundstück am westlichen Neuen Markt Klage vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf eingelegt.

Die Stadtverwaltung hatte diesen Antrag zurückgestellt, um ihre eigenen Pläne voranzutreiben. Diese Rückstellung ist nur noch bis zum September dieses Jahres wirksam. Daher soll die Politik noch vor der Sommerpause eine Veränderungssperre verhängen. Sie würde zwei Jahre währen und der Stadt Haan Luft für ihre eigene Planung verschaffen. Das sagt Baudezernent Engin Alparslan. "Der Antrag widerspricht in unseren Augen dem eingeschlagenen Ziel", sagt Alparslan.

Für das Gebiet Windhövel wurde ab 2005 ein großes Einkaufszentrum geplant. Dagegen leistete die Bürgerinitiative Innenstadt Haan erbitterten Widerstand. Als interessierter Investor trat damals die ITG auf. Ob sie heute noch an Bord ist, will Alparslan nicht preisgeben. Horst Jütte, Mitglied der ITG-Geschäftsführung, war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Laut Alparslan hat die Stadt Haan für das betroffene Gebiet insgesamt drei Verhandlungspartner. Nicht zuletzt auch im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts Innenstadt ist das Areal westlich des Neuen Markt, nördlich der Kaiserstraße, östlich der Schillerstraße und südlich des Schillerparks weiterhin im Blick der Stadtplanung - immer noch für Einzelhandel, aber in verringertem Umfang. Ein Vollsortimenter wie ein Rewe XXL oder Edeka sei dort vorstellbar, sagt Alparslan. Überdies brauche der Handel Flächen von mehr als 200 Quadratmeter, und die gebe es in Haans City nicht. "Unsere Innenstadt kommt ihrer Versorgungsfunktion in keiner Weise mehr nach."

Alparslan sieht keinen Widerspruch darin, dass der Einzelhandel neben all den Leerständen weitere Fläche erhalten soll: "Das Problem ist, dass wir hier keinen Magneten haben, der die Menschen anzieht. Man muss wieder Frequenz in die Stadt bringen." Davon würden dann auch die bestehenden Geschäfte profitieren. Die Ausschusssitzung ist am 2. Juni, 17 Uhr, im Rathaus.

(RP)