Haan: Weidezaun elektrisiert am Wegrand

Haan: Weidezaun elektrisiert am Wegrand

Untere Landschaftsbehörde fordert Schäfer zum Umbau des Viehschutzes auf.

Das Düsseltal ist ein von Wanderern mit und ohne Hund, Läufern und Radfahrern gern genutztes Refugium. Der grüne Wald spendet auch an heißen Tagen Schatten. Das sich windende Flüsschen ist teilweise gesäumt von Wiesenflächen. Ein Idyll. Damit das nicht zuwächst, hat der Kreis Mettmann als Untere Landschaftsbehörde einem Schäfer gestattet, seine Tiere dort grasen zu lassen.

Doch die einfachen Weidezäune mit nur wenigen Drähten zwischen den Pfosten stellen keinen wirksamen Schutz dar, der verhindern würde, dass die klugen Wolltiere ausbüxen. Und schon gar nicht, dass freilaufende Hunde auf die Weidefläche gelangen. Drum hat der Schäfer einen Elektro-Weidezaun installiert. Doch - aus Sicht der Spaziergänger - unglücklicherweise auf der falschen Seite.

Das neonfarbene Drahtgeflecht steht nicht innen an der Weide, sondern außen - unmittelbar am Wanderweg. Und so gab es in den letzten Tagen manche unliebsame Begegnung zwischen Zaun und Lebewesen. Spaziergänger, die einer Läufergruppe Platz machten, spürten unverhofft ein unangenehmes Zucken in der Hand. Und ein an der Grasnarbe schnüffelnder, angeleinter Hund schrie förmlich auf, sprang auf die andere Seite des Weges und blieb dort zitternd und völlig verängstigt sitzen.

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"Das geht gar nicht!", erklärte Daniela Hitzemann, Sprecherin des Kreises Mettmann, um eine Stellungnahme gebeten. Die Untere Landschaftsbehörde habe ein Foto zugemailt bekommen und werde umgehend Kontakt mit der Schäferei aufnehmen, auf dass der leise tickende Zaun an der Weideseite der Absperrung gezogen werde.

"Der Zaun ist jetzt weg", sagte Schäfer Peter Hennemann gestern gegenüber der Rheinischen Post. Er habe extra Schilder aufgehängt, die auf den Elektrozaun hinwiesen. Das Maschengewebe habe gespannt werden müssen, weil Schafe auch im Wald geweidet hätten. Auf diesem Teilstück hätte der Zaun nicht anders gespannt werden können.

Die kleine Schafherde ist in Sachen "Vertragsnaturschutz" unterwegs. Durch das Beweiden alle fünf bis acht Wochen kämen unerwünschte Pflanzen nicht mehr hoch; dazu zählen Herkulesstauden vor allem aber die Springkräuter, die blühend zwar hübsch anzusehen sind, aber andere Pflanzen verdrängten, erläuterte Hennemann die Wirkung des Schafseinsatzes.

(-dts)