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Wald-Rodung muss noch warten: Osterholz-Räumung wird zur Hängepartie

Wald-Rodung muss noch warten : Osterholz-Räumung wird zur Hängepartie

Die Polizei schätzt, dass sich am Mittwoch noch acht bis zehn Baumbesetzer im Osterholz in großer Höhe verschanzt halten. Die Räumung könne sich hinziehen.

Was Dienstag früh generalstabsmäßig begonnen hatte, droht nun zu einer Geduldsprobe zu werden. In dem weiträumig abgesperrten Waldstück Osterholz halten sich nach Angaben der Polizei noch immer mehrere Baumbesetzer in provisorischen Hütten auf. Sie aus ihren Baumhäusern in bis zu 30 Metern Höhe herauszuholen, ist nicht ungefährlich und gestaltet sich offenbar schwierig.

Bis die Räumung erfolgreich abgeschlossen wird, könne auch die Rodung des etwa 5,5 Hektar großen Waldstücks an der Grenze zwischen Haan und Wuppertal noch nicht richtig anlaufen, erläuterte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Auch die weiträumige Absperrung des Areals und der Einsatz eines großen Polizeiaufgebots dauern vorerst an.

 Ein Höhenkletterer arbeitet sich zu einer Baumhütte vor.
Ein Höhenkletterer arbeitet sich zu einer Baumhütte vor. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Gegen 6 Uhr hatten am Dienstagmorgen mehrere Hundertschaften der Polizei den Osterholz-Wald mit Flatterband abgesperrt, ebenso die Osterholzer Straße. Anwohner und Demonstranten wurden nach außerhalb des Bereichs verwiesen, erste Baumbesetzer abgeführt, eine Sitzblockade wurde aufgelöst.

 Ein Baumhaus ist abgerissen worden. So lange nicht alle Menschen aus dem Rodungsbereich geholt wurden, muss das Baumfällen warten.
Ein Baumhaus ist abgerissen worden. So lange nicht alle Menschen aus dem Rodungsbereich geholt wurden, muss das Baumfällen warten. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Die Kalkwerke wollen das Gelände für eine Abraum-Halde nutzen. Daran übte die Kreistagsfraktion der Grünen am Mittwoch erneut heftige Kritik. Die Rodung erscheine absurd, hieß es in einer Stellungnahme. „Wir Grüne hätten uns eine Lösung zusammen mit den Betreibern des Steinbruchs im Neandertal gewünscht“ und eine interkommunale Zusammenarbeit zwischen Stadt Wuppertal und Kreis Mettmann.

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Die Kalkwerke-Betreiber sehen das anders: „Jede Alternative außerhalb unseres Betriebsgeländes spricht gegen den gesunden Menschenverstand“, argumentieren sie auf ihrer Internetseite. Bei der erforderlichen Menge wären das – zehn Jahre lang – 58 Lkw am Tag, die voll beladen das Werk verlassen müssten, um den Abraum irgendwo anders abzukippen: „Rechnet man die Leerfahrten mit ein, ergäben sich über 100 zusätzliche Lkw-Fahrten am Tag – ein zu vermeidender Unsinn!“