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Vierter Autodiebstahl in Haan innerhalb von vier Tagen

Aus dem Polizeibericht : Diebstahlserie: Autos mit Keyless-go-System im Visier

Polizei geht nach der vierten Tat in fünf Tagen von organisierter Kriminalität aus. Eine bewusstere Schlüsselablage kann das Diebstahls-Risiko mindern.

Schon wieder ist ein hochwertiges Fahrzeug in Haan gestohlen worden. In der Nacht zum Freitag gab es den vierten Diebstahl in fünf Tagen. Zwischen 20.50 Uhr am Donnerstag und 8.45 Uhr am Freitag verschwand am Heideweg ein verschlossen abgestellter BMW 218i Active Tourer. Dieser Wagen passt zwar nicht ganz in die Reihe der bisher gestohlenen Luxus-Geländewagen der Marken BMW und Mercedes, ist aber ein ähnlich gestalteter Kompakt-Van. Der schwarze BMW mit dem Kennzeichen ME-NB 2011 war gerade 15 Monate alt und hatte 26.000 Kilometer auf dem Tacho. Die Polizei gibt den Zeitwert mit rund 29.000 Euro an.

In der Nacht zum Donnerstag war ein weißer Mercedes GLC von einer  Garagenzufahrt am Marktweg in Gruiten gestohlen worden. Um 22 Uhr am Mittwoch hatte der Besitzer das Fahrzeug abgestellt und verschlossen. Um 7.50 Uhr am Morgen war das erst vier Monate alte Leasingfahrzeug verschwunden. Die Polizei gab den Wert des Wagens, der erst 5900 Kilometer auf dem Tacho hatte, mit 79.000 Euro an. Fahrzeug und Kennzeichen (ME-EA 892) wurden sofort zur internationalen Fahndung ausgeschrieben.

In der Nacht zum Mittwoch war ein weißer BMW X1 (Kennzeichen D-FN 712, Wert 25.000 Euro) an der Straße Altes Walzwerk verschwunden. Und an der Stettiner Straße verschwand ein weißer Mercedes GLS (Kennzeichen D-CA 1375, Wert 45.000 Euro) in der Nacht zum Dienstag.

Polizeisprecher Ulrich Löhe sagte auf Anfrage der RP, alle Fahrzeuge seien mit einem schlüsselloses Zugangssystem ausgestattet gewesen. Daher sei zu vermuten, dass die Täter diese Technik ausgenutzt hätten. Dabei wird das Funksignal des Schlüssels, der ja vielfach an der Garderobe abgelegt wird, aufgefangen und zum in der Nähe stehenden Wagen verlängert wird. Der öffnet die Verriegelung und kann danach auch ohne Schlüssel weggefahren werden.

Die Polizei rät Besitzern von Autos mit solche „Keyless Go“-Systemen, den Fahrzeugschlüssel im Haus vielleicht an einen weiter von der Haustür und vom Wagen entfernten Platz zu legen und möglichst in ein Kästchen, das die Funkstrahlung nicht durchlässt. Inzwischen gebe es auch Schlüsseletuis, die das verhindern. Ein zweiter Tipp: Wenn die Fahrzeuge vermeintlich verriegeln, sollte zur Sicherheit noch einmal überprüft werden, ob die Türen wirklich verschlossen sind.

Von den drei gestohlenen Fahrzeugen fehlt nach wie vor jede Spur. Die Kennzeichen liegen bei internationalen Polizeibehörden vor. „Und unsere Kollegen auf den Autobahnen wissen Bescheid und schauen hin, wenn sie ein solches Fahrzeug sehen.“ Es verwundere schon, dass die Fahrzeuge nicht auffallen, berichtet Löhe. Möglicherweise wurden die Wagen gar nicht weit gefahren, stehen vielleicht in einer Halle oder Garage oder wurden mit Autotransportern oder in Containern weitertransportiert. Es liege nahe, dass es sich um organisierte Kriminalität handele, sagte Löhe.

Die Polizei hofft unter Telefon 02129 9328-6480 auf Hinweise möglicher Zeugen, die Beobachtungen im zeitlichen Umfeld der Tat gemacht haben oder Angaben zum Standort der Fahrzeuge machen können.