Pläne für die Gartensadt E-Scooter-Verleih „Bolt“ zieht es nach Haan

Haan · Das 2013 in Estland gegründete Unternehmen hat bei der Stadt angefragt und strebt eine Kooperation an. Jetzt muss der Mobilitätsausschuss beraten.

 In der Hildener Fußgängerzone ist „Bolt“ als einer von mehreren Anbietern vertreten. Jetzt will man auch in Haan starten.

In der Hildener Fußgängerzone ist „Bolt“ als einer von mehreren Anbietern vertreten. Jetzt will man auch in Haan starten.

Foto: Tobias Dupke

In Hilden ist es ein Dauerthema: Immer wieder beschweren sich dort Anwohner über E-Scooter, weil einige Nutzer die Elektro-Roller einfach mitten auf dem Bürgersteig oder auf Straßen abstellen. Andere fahren  mit Vollgas durch die Fußgängerzone. Das sorgt für Ärger. Insofern wurde die Nachricht, dass sich die amerikanische Verleihfirma „Bird“ nach etwas mehr als einem Jahr wieder aus der Itterstadt zurückzieht, im vergangenen Monat hier und da mit offenem Beifall aufgenommen.

Ob in Haan künftig die gleichen Diskussionen geführt werden wie bei den Hildener Nachbarn, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Auch dort könnten bald die E-Scooter rollen. Die Firma „Bolt“, die 2013 in Estland gegründet wurde, erwägt, ihr Vertriebsgebiet künftig auf Haan zu erweitern. Der Verleiher, der seit Mai vergangenen Jahres in 63 Städten vertreten ist, sei  mit einem „Mikromobilitätsangebot“ auf die Haaner Stadtverwaltung zugekommen, heißt es in einer Beschlussvorlage für die Mitglieder des Umwelt- und Mobilitätsausschusses. Die sollen der Verwaltung nun den Auftrag erteilen, „Möglichkeiten zur Begleitung eines E-Scooter-Verleihs in Haan zu prüfen und den Entwurf einer Kooperationsvereinbarung mit der Firma Bolt zu erarbeiten“.

Der Anbieter hat offenbar bereits den Entwurf einer Vereinbarung zur Verfügung gestellt, wie sie bereits mit anderen Städten geschlossen wurde. Bei der Zusammenkunft sei die vierte Generation des Sharing-Scooters „Bolt 4“ vorgestellt worden, berichtet die Verwaltung: eine eigene Produktion des Unternehmens mit rund 60 Monaten Lebensdauer und 40 Prozent weniger Gewicht.

Bevor die Scooter rollen, wünschen sich einige Politiker allerdings zunächst mal den Start der längst beschlossenen Lastenfahrräder. Die GAL hatte zuletzt im Ausschuss nachgefragt, wo die beiden Exemplare für den Verleih denn blieben. Die WLH erinnerte jetzt schriftlich noch einmal daran, dass bereits 2019 beschlossen worden sei, für die Anschaffung von zwei Lastenfahrrädern Haushaltsmittel in Höhe von 4000 Euro mit Sperrvermerk in den Haushalt 2020 einzustellen. Anfang September, also fast drei Jahre später, habe man von der Verwaltung dann erfahren müssen, dass die Ausschreibung zur Anschaffung dieser zwei Lastenfahrräder „fast finalisiert“ sei und sich die Verwaltung aktuell mit der rechtlichen Situation und den Fördermittelrichtlinien beschäftige. Die personellen Ressourcen für die Erstellung der E-Scooter-Vorlage hätte die Stadt nach Auffassung der WLH besser in die Abarbeitung des Lastenfahrrad-Beschlusses gesteckt.

Einfach wegschicken lassen sich E-Scooter-Verleiher übrigens nicht. Nach Einschätzung der Stadt gibt es „keine Möglichkeit, ein Gewerbe mit zugelassenen und versicherten E-Scootern im Stadtgebiet grundsätzlich zu verbieten“. Über Sondernutzungsgebühren beispielsweise ließen sich jedoch Möglichkeiten zur Steuerung finden.

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