Stadtführer kennen ihre Heimat wie kein anderer

Hilden/Haan : Sie kennen ihre Stadt wie kein anderer

Ab den 21. März dieser Woche bietet die Volkshochschule wieder Stadtführungen in Haan und Hilden an.

Wer seine Heimat einmal von einer anderen Seite kennenlernen möchte, sollte mal an einer Stadtführung teilnehmen. Es lohnt sich! Die neue Saisin startet in dieser Woche.

2012 hat die VHS eine Schulung für angehende Stadtführer in Hilden angeboten. Heidemarie Linke war eine von zehn Teilnehmern. „Wir wurden ausgebildet, um (den Hildener) Stadtarchivar Wolfgang Antweiler zu entlasten, der damals als einziger Führungen in Hilden anbot. „Eigentlich sollte die Schulung für Haaner und Hildener sechs Wochen dauern, es wurden dann aber anderthalb Jahre, jeden Freitag“, erinnert sie sich. Antweiler nahm es genau mit der Ausbildung: Die Männer und Frauen erhielten Sprecherziehung, eine Einführung in die Archivrecherche und vieles mehr. „Wichtig“, sagt Martin Banniza aus Haan, „waren aber auch die praktischen Übungen. Etwa: ‚Was tun, wenn alle ihren Schirm aufspannen? – Schnell einen Dachvorsprung suchen.“ Und dann macht er noch deutlich, dass aus seiner Sicht Haan das schwierigere Pflaster für Stadtführer ist: „Wir haben keine Fußgängerzone. Es ist laut an den historisch interessanten Orten entlang der Kaiserstraße.“

Offenbar ist der Funke damals aber übergesprungen: Die meisten der Stadtführer sind nämlich immer noch mit an Bord und bieten regelmäßig Führungen in Haan und Hilden an.

Dabei sind die Themen und Schwerpunkte so unterschiedlich wie die Persönlichkeiten, die sie anbieten. Bernd Gemeiner etwa bietet schon den dritten Teil der Führung „Kunst und Kneipe, Schlender-Führung durch Hilden“ an. Die nächste ist am Sonntag, 13. April. Seine Erfahrung: „Die meisten Teilnehmer hören nur Kneipe und wollen genau dort hin. Dabei gibt es gar nicht mehr so viele Kneipen in Hilden.“ Gemeiner hat seine Kunden bisher aber noch nicht enttäuscht, denn er kennt sich aus.

Historisch interessiert ist Stadtführer Reinhold Brüning, der eine Tour über den Hauptfriedhof anbietet (am Samstag, 18. Mai, ist die nächste) und eine durch die Reformationskirche (am Donnerstag, 21. März). Beide Männer verfahren aber nach der gleichen Devise: „Die Leute hören lieber Geschichten als Jahreszahlen“, sagt er. Ins Detail stiegt er erst ein, wenn interessierte Nachfragen kommen.

Heidemarie Linke hat ihre Führung „Haan, die Gartenstadt“ (Donnerstag, 23. Mai) für die neue Saison geändert. Und da ihre Strecke entlang von Rathaus und Neuem Markt „derzeit politisch aktuell ist wegen der geplanten Neugestaltung, fällt es mir schwer, mich da zurück zu halten. Ich sage dann schon mal: Schauen Sie sich diesen Wasserfall an. Nächstes Jahr ist er vielleicht schon weg“, gesteht sie.

Ganz neu ist Gerhard Wollmanns Hildener Angebot „Vom Bürgerhaus zum Krankenhaus und weiter zum Holterhöfchen“ (Samstag, 15. Juni), während seine „Fahrradführung zur Kunst in Hilden“ (Sonntag, 7. Juli) sich bereits bewährt hat. Warum mit dem Fahrrad fahren? „Es gibt einfach zu viele Kunstwerke in Hilden“, sagt er schlicht. Bei schlechtem Wetter enden diese Fahrten übrigens auch zuverlässig in der nächsten Kneipe: „Dort kann ich dann Fotos und anderes Infomaterial im Trockenen herumreichen“, erklärt er.

Mehr von RP ONLINE