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Stadt: Krankenstand steigt um 50 Prozent

Verwaltung : Stadt: Krankenstand steigt um 50 Prozent

Binnen vier Jahren schnellte der Anteil erkrankter Stadtbediensteter von acht auf zwölf Prozent hoch.

Die Zahlen sind beunruhigend: Fast jeder achte Mitarbeiter der Stadt Haan befand sich im vergangenen Jahr im Krankenstand. Zu diesem Durchschnittswert kommt jedenfalls eine Statistik, die die Verwaltung jetzt auf Anfrage der WLH bekannt gab, nachdem sie erst nicht öffentlich diskutiert werden sollte.

Das eigentlich Dramatische an den Werten ist dabei die Entwicklung über die vergangenen Jahre hinweg. So stieg die Zahl der Erkrankten insgesamt seit 2014 um mehr als 50 Prozent an. In einzelnen Dezernaten betrug die Steigerung sogar bis zu 58 Prozent. Gab es im Dezernat II (u.a. Kämmerei, Finanzmanagement, Steuern, Finanzbuchhaltung, Schule und Sport, Bücherei, Soziales und Integration, Senioren, Asyl, Jugend) im vergangenen Jahr beispielsweise im Schnitt 16 krankheitsbedingte Fehltage, so waren es im Dezernat III (Bauverwaltung inklusive Vergabestelle und Liegenschaften, Stadtplanung und Bauaufsicht, Vermessung, Denkmalschutz, Gebäudemanagement, Tiefbau, Betriebshof) sage und schreibe 42. Besonders augenfällig: In diesem baulastigen Dezernat hat die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage sogar innerhalb eines Jahres um 20 Prozent zugenommen.

Die Stadtverwaltung versucht, wie bereits berichtet, dem Arbeitskräfteausfall beizukommen, indem sie drei zusätzliche Stellen für Krankheits-Vertretung schaffen will.

Doch genau die Unterschiede innerhalb der Dezernate machen einem Teil der Politik zu schaffen. So betont beispielsweise die WLH: „Dass bei jährlich rückläufigen Fällen von Langzeiterkrankungen nun Mitarbeiter der Stadtverwaltung Haan durchschnittlich 26 krankheitsbedingte Fehltage im Jahr 2018 aufweisen, muss genau analysiert werden.“ Gerade auch im Hinblick auf das Führungsverhaltens, „denn der Blick in die einzelnen Dezernate und die nun auch öffentlich für alle ersichtliche Krankenstatistik, ist alarmierend“. Die Wählergemeinschaft rege daher an, „dass ein Führungskräftefeedback bei der Stadtverwaltung Haan eingeführt wird“. Mitarbeiter sollten Vorgesetzte bewerten können, lautet eine der Forderungen.