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Stadt Haan baut ihre Innenstadt um

Innenstadt-Konzept : Der Umbau der Innenstadt steht bevor

Die Corona-Pandemie hat zwar den Terminplan für die Baumaßnahmen im Rahmen des „Integrierten Handlungskonzepts für die Innenstadt Haan“ nicht ganz unbeeinflusst gelassen, doch sieht sich Bürgermeisterin Bettina Warnecke noch immer gut im Zeitplan.

Insbesondere die hoch formalisierten Antragsverfahren für Fördermittel sowie fortwährende Abstimmungen mit dem Denkmalschutz habe viel Zeit gekostet. Darüber hinaus wurden allein 2019 insgesamt 29 Bürgerbeteiligungen für die Haaner Projekte veranstaltet.

„Als ich 2015 gewählt wurde, sind zuvor bereits einige Innenstadtkonferenzen gelaufen, aber ich war im April 2015 bereits als Bürgerin dabei und bin also nicht erst nach meiner Wahl zur Bürgermeisterin mit der Materie in Berührung gekommen“, sagt Bettina Warnecke. Sie habe dann das Glück gehabt, dass im November 2015 gleich einstimmig der erste Ratsbeschluss zum Innenstadtkonzept Haan mit einem Kostenvolumen von zehn Millionen Euro gefasst wurde. Unmittelbar anschließend wurde für das komplexe Maßnahmenpaket ein Förderantrag im Rahmen der Städtebauförderungsprojekts über sechs Millionen Euro gestellt. „Die Corona-Krise hat keinen Einfluss auf den städtischen Eigenanteil von vier Millionen Euro, die sind von Anbeginn an in den Haushalt eingepreist worden“, so Warnecke.

Die erste Planung umfasste das innerstädtische Gebiet zwischen Sandbachtal und dem Alten Kirchplatz. Das 10.000 Quadratmeter große Grundstück am unteren Neuen Markt, das für die Ansiedlung eines Einkaufszentrums als Innenstadtmagnet vorgesehen war, stieß bei den Haanern allerdings auf unterschiedliche Bedenken, insbesondere was die Verkehrsanbindung betraf. Laut Investor hätte sich aber ein um die Hälfte verkleinertes Projekt nicht gerechnet. „Um diesen Magneten für die Stadt dennoch zu erhalten, haben wir einen Perspektivwechsel vollzogen, dem ein Grundstückstausch zugrunde liegt und der allen Beteiligten Vorteile bietet“, erklärt Warnecke. So entsteht für die Stadtverwaltung auf dem Grundstück, das zunächst für das Einkaufszentrum vorgesehen war, ein neues Rathaus, in dem auch Ämter, die bislang in unterschiedlichen Gebäuden in der Stadt verteilt sind, Platz finden werden. Auf der anderen Seite könnte sich dann auf dem Parkplatz am Rathaus ein Vollsortimenter ansiedeln, der als Magnet in der Innenstadt fungieren kann.

Der historische Park Ville d‘Eu an der Königstraße wurde in den 1920er Jahren geschaffen. Vor rund zwei Jahrzehnten wurde er zuletzt grundsaniert. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

„Das alte Rathaus erscheint so wieder als architektonischer Solitär, der Sitzungssaal bleibt für Feiern erhalten, auch Vereine können hiervon profitieren, und ich könnte mir auch vorstellen, dass einige Start-Ups sich im Rathaus einmieten“, sagt Warnecke.

Nach Terminplan soll die Öffentlichkeit noch im Juli zur Gestaltung des Alten Marktes einbezogen werden. Für die Pflasterung ist bereits die Entscheidung für die höherwertigen Natursteine gefallen. Auch die Baumaßnahmen für die Gestaltung des Parks Ville d`Eu und des Alten Kirchplatzes stehen kurz bevor. Beim Park Ville d`Eu hatten zuletzt Bürger die Einfriedung der Beete kritisiert, was in der Gestaltung beachtet wird. Auch der denkmalgeschützte Musik-Pavillon wird umfassend renoviert.

Der Alte Kirchplatz erhält neues Pflaster und Sitzgelegenheiten. Das Kunstwerk „Wasserfall für Haan“ wird in den Schillerpark versetzt. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Auf gute Resonanz stoße auch das in Räumen der Sparkassen-Gebäudes an der Kaiserstraße untergebrachte Innenstadtbüro, berichtet die Verwaltungschefin. In dem Büro unterstützt ein Dreier-Team Geschäftsleute beim Antrag auf Fördergelder, etwa aus dem Fassadenprogramm.