Sportheim des TSV Gruiten: Neubau-Finanzierung ist noch offen

Haan: Sportheim-Beschlüsse sind noch offen

Der Stadtrat entscheidet erst am 18. Dezember, ob er seinen Beschluss vom Dezember 2017 aufhebt, 1,5 Millionen Euro an den Sportverein zu zahlen. Denn derzeit besteht die Chance, für das Projekt Landeszuschüsse zu erhalten.

Am Ziel, bald ein neues Sportheim Gruiten zu haben, hat sich nichts geändert. Die Ratsfraktionen lassen daran keinen Zweifel. Auch die Verwaltung nicht. Und auch der Turn- und Sportverein Gruiten, der als langjähriger Nutzer der Gruitener Sportanlage schon zweieinhalb Jahre Zeit und Arbeit in die Vorplanung des Projektes gesteckt hat, will endlich vorankommen. Doch jetzt könnte ein neuer Weg zur Finanzierung des gut zwei Millionen Euro teuren Vorhabens beschritten werden.

Im Raum steht ein bislang nur angekündigtes Förderprogramm des Landes für vereinsgenutzte Sportstätten. Käme der TSV in den Genuss von Landeszuschüssen, dann fiele manches leichter. Nur ist noch nicht klar, ob der Verein Geld zu erwarten hat. Denn die Förderbedingungen liegen noch nicht auf dem Tisch.

Und: Nach aller Erfahrung darf es für eine Förderung keine Mitfinanzierer geben. Das wäre im aktuellen Gruitener Fall die Stadt. Der Rat hatte vor einem Jahr 1,5 Millionen Euro als Tilgungsübernahme beschlossen; sollte jetzt weitere 658.000 Euro genehmigen. Die Finanzpolitiker haben ihren Weg noch nicht abgesteckt. Denn dann müsste der Ratsbeschluss vom Vorjahr aufgehoben und der aktuelle Antrag abgelehnt werden.

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Matthias Tekaat, zweiter Vorsitzender des TSV-Förderverein, war Dienstag zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses gekommen.  „Wir möchten bauen, so schnell wie möglich“, erklärte er. Die Hängepartie mit möglichen Fördermitteln sah der Vereinsrepräsentant mit gemischten Gefühlen. „Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren richtig Power in die Vorplanung gegeben“, beschrieb er das Engagement und ließ durchblicken, dass ohne greifbare Fortschritte die Energie nachzulassen droht. Außerdem: Ein weiteres Zuwarten wird die Baukosten gewiss nicht sinken lassen.

Das alte Sportheim stammt aus dem Jahre 1928. Es ist marode. Wegen Mängeln beim Brandschutz darf schon seit zwei Jahren das Dachgeschoss nicht mehr genutzt werden. Die Umkleiden und Sanitäranlagen sind in schlechtem Zustand. Der Verein strebt an, das alte Sportheim abzureißen und an gleicher Stelle neu zu bauen, erweitert um einen Mehrzweckraum. Der stünde für neue Sportangebote des Vereins zur Verfügung und könnte zudem die Turnhallen-Belegung entzerren helfen.

Bernd Stracke (SPD) fand die Situation unangenehm. Seine Fraktion wolle den Verein unterstützen. Weil die SPD bis zum Stadtrat noch einmal beraten will, wurde die Entscheidung bis zum 18. Dezember ausgesetzt. Rainer Wetterau (CDU) sagte, die Hilfe beim Zuschussantrag sei eine Chance, dem Verein zu helfen. Wenn kein Zuschuss fließe, müsse über einen Nachtragshaushalt nachgedacht werden. Michael Ruppert (FDP) sah die Entscheidung als „knifflig“ an. „Wir fühlen uns gegenüber dem TSV im Wort. Aber auch, wenn das Projekt durch Baupreissteigerung noch teurer würde, wäre es unverantwortlich, städtische Mittel auszugeben, wenn des Landesmittel gäbe. Meike Lukat (WLH) setzte sich ein für Sanitär- und Umkleidecontainer, die sofort das marode Sportheim ersetzen könnten. Baudezernent Engin Alparslan warnte aber vor den hohen Kosten für die Ver- und Entsorgungsanschlüsse für einen solchen Behelf.