Hilfe für die Ukraine Spendenbereitschaft in Haan ist enorm

Haan · Dem Spendenaufruf an der Grundschule Bollenberg für Menschen in der Ukraine sind bereits viele gefolgt. Den hat eine Lehrerin organisiert.

 Anna Bak, Lehrerin der Grundschule Bollenberg, freut sich über die große Anzahl der Spenden.

Anna Bak, Lehrerin der Grundschule Bollenberg, freut sich über die große Anzahl der Spenden.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Eigentlich wollte Anna Bak nur zwei bis drei ukrainischen Familien helfen. „Mein Vorhaben kam bei meinen Lehrer-Kollegen der Haaner Grundschule Bollenberg aber so gut an, dass wir daraus eine Gemeinschaftsaktion gemacht haben“, sagt Bak. So können an der Schule seit Dienstag Spenden abgegeben werden. „Die Resonanz ist überwältigend“, sagt sie. So haben bereits viele Haaner gespendet.

Bereits ab 8 Uhr wurden am Dienstagmorgen die ersten Kartons mit Kleidung, Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Spielsachen und Medikamenten gebracht. Und es wurden immer mehr und mehr. Zwei kaum genutzte Räume der Schule dienen nun als Lagerraum. Dort türmen sich mittlerweile Paletten voller Konserven, Schlafsäcke, Kleidung, Teddybären und andere Hilfsgüter. „Die Spendenbereitschaft ist enorm“, berichtet Philipp Slusarczyk, stellvertretender Schulleiter der Grundschule Bollenberg.

Auch wenn bereits am ersten Tag zahlreiche Spenden eingegangen ist, will die Schule den Aufruf, Spenden bis einschließlich Freitag (8 bis 14 Uhr) dort abzugeben, aufrechterhalten. „Ich freu mich, dass so viel gekommen ist“, sagt Slusarczyk. Allerdings muss die Schule die Annahme etwas einschränken. „An Kleidung und Bettwäsche haben wir genug“, erklärt Anna Bak. „Weiterhin benötigen wir allerdings Lebensmittel und Hygenieartikel.“

Die enorme Spendenbereitschaft der Haaner bedeutet auch viel Organisation für die Grundschullehrerin, die ursprünglich aus Polen stammt und dort noch einige Kontakte hat. Ursprünglich hatte Bak geplant, die Spenden nach Chelm, einer polnischen Stadt nahe der ukrainischen Grenze, bringen zu lassen. „Doch dort sind die Lager bereits voll. Benötigt werden die Sachen aber an der deutsch-polnischen Grenze, wo bereits viele Ukrainer eingetroffen sind“, weiß Bak, die Nahe der deutsch-polnischen Grenze aufgewachsen ist. An welchem Tag der Konvoi dorthin aufbricht, ist noch unklar.

Bevor die Spendenabgabe am Dienstag in der Grundschule Bollenberg gestartet war, hatte Bak auch sich auch an die Haaner Kleiderkammer gewandt, die die Aktion gerne unterstützen will. „Erfahrungsgemäß ist die Spendenbereitschaft anfangs recht groß, sodass nachher geschaut wird, welcher Bedarf noch an bestimmten Sachen ist und wir dann aushelfen“, sagt Heike Müller, Geschäftsführerin der Kleiderkammer Haan.

Zudem steht die Kleiderkammer in Kontakt mit der Stadt. Die bereitet sich auf die mögliche Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine vor. „Auch in dem Fall werden wir mit Erstausstattungen helfen“, sagt Winter. „Wir sind gern für Hilfe bereit und geben das, was wir haben.“

Auch die Haaner Bürger sind zur Mithilfe aufgerufen und werden von der Stadt gebeten, sich zu melden, sofern sie private Unterkünfte zur Verfügung stellen können. Zur Koordination der Wohnungsangebote für Geflüchtete hat die Stadtverwaltung eine Mailadresse wohnungshilfe-ukraine@stadt-haan.de eingerichtet.

Im sozialen Netzwerk Facebook ist eine riesige Solidarität mit der Ukraine zu beobachten. Zahlreiche Menschen wollen helfen. So hat auch ein gebürtiger Ukrainer, der mittlerweile in Haan lebt, an die Spendenbereitschaft appelliert. „Wer gerne etwas spenden möchte und kein Transportmittel hat, kann sich gerne bei mir melden. Ich werde die Sachen bis Freitag sammeln und am Samstag nach Essen fahren“, lautete der Aufruf. Zusammengekommen sind nicht nur Sachspenden, sondern auch Geldspenden, von denen der Haaner unter anderem Hygenieartikel, Medikament und Lebensmittel gekauft hat. „Als ich gehört habe, dass die Leute in der Ukraine einfach nichts zu essen haben, dass die Supermärkte wie leergefegt sind und dass man außer Popcorn und Donuts nichts kaufen kann, wollte ich irgendwie helfen“, berichtet er.

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