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Solingen / Haan: Angehende Kranken­pfleger leiten eine Station in der St. Lukas Klinik

Führungsprojekt der Kplus-Gruppe : Pflegeschüler wachsen in Aufgabe hinein

Angehende Kranken­pfleger des Katholischen Bildungs­zentrums Haan leiteten eine Woche lang eine Station.

Manche Menschen lassen sich viel Zeit mit der Berufswahl. Für andere ist hingegen schon frühzeitig klar, was sie einmal werden wollen. In die zweite Kategorie gehört offensichtlich Sevda Alkan: „Ich sehe mich in keinem anderen Arbeitsfeld, da bin ich einfach hineingewachsen“, bekräftigt die angehende Gesundheits- und Krankenpflegerin.

Berührungsängste mit kranken Menschen kennt sie nicht: Jahrelang habe sie Angehörige gepflegt, erzählt die 23-Jährige. In diesem Herbst wird Alkan ihre duale Ausbildung abschließen – ebenso wie Malina Böckeler (22). Auch sie macht ihre Berufung zum Beruf: Den habe sie durch ihre Mutter – ebenfalls Gesundheits- und Krankenpflegerin – kennengelernt. Jetzt haben die beiden Frauen einen Meilenstein auf ihrem Werdegang erreicht: Eine Woche lang leiteten sie gemeinsam mit 14 Mitschülern des Katholischen Bildungszentrums Haan selbstständig eine Station an der St. Lukas Klinik. Sie stellten Dienstpläne auf, organisierten Aufnahmen, Entlassungen und teilten sich in der täglichen Pflegearbeit auf.

Derartige Projektwochen gebe es seit 2008, erklärt Lehrerin Sandra Schmidt. Das Ziel sei es, den angehenden Pflegern einen realistischen Eindruck von den vielfältigen Aufgaben im Beruf zu vermitteln, erklärt Praxisanleiter David Klümpen. Er hielt sich in den letzten Tagen gezielt im Hintergrund, kontrollierte die Arbeitsabläufe und stand als Ansprechpartner für die Schüler zu Verfügung.

Zu betreuten galt es eine 24 Betten umfassende Privatstation – mit Patienten aus der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Onkologie und der Internistischen Abteilung. „Das ist schon herausfordernd“, betont Klümpen. Los ging es am vergangenen Samstag: „Da ist es ein bisschen ruhiger, und man fällt nicht ins ganz kalte Wasser“, erklärt der Praxisanleiter. „Ab Montag passierte dann sehr vieles auf einmal, mit Aufnahmen und OP-Terminen“, schildert Sevda Alkan. Aus der Ruhe bringen ließen sich die Schüler dadurch aber nicht. „Natürlich gab es am Anfang eine kleine Nervosität“, gibt Malina Böckeler zu. Doch die habe sich schon nach dem ersten Tag gelegt: „Es lief alles sehr harmonisch ab, und wir konnten auch Notfall-Situationen gut meistern“, resümiert sie die Projekttage.

Jeder der Schüler verrichtete letztlich jeweils drei Früh- und Spätschichten. Dabei habe auch den Umgang mit Administration und den regelmäßigen Austausch mit den Ärzten noch besser kennengelernt, erklärt Alkan. Alle Tätigkeiten durften die Schüler noch nicht selbstständig ausüben. Erfahrene Pflegekräfte und Lehrer begleiteten sie stets bei ihrer Arbeit. Und eines Tages schauen womöglich Sevda Alkan und Malina Böckeler den angehenden Pflegern über die Schulter: Beide sehen ihre Zukunft an der St. Lukas Klinik.

300 Plätze bietet die Krankenpflegeschule im Katholischen Bildungszentrum Haan an. Zu den Gesellschaftern gehört die Kplus Gruppe. Der erste Kurs der neuen Ausbildung zum Pflegefachmann, der Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkranken- und Altenpflege zusammenfasst, startet im April. Bewerbung per E-Mail an kontakt@kbz-haan.de.