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So haben sich die Haaner Kandidaten in der IHK-Wahlarena geschlagen

Wahlarena Haan : So haben sich die Kandidaten geschlagen

Der Wahlkampf-Auftritt der Haaner Bürgermeisterkandidaten bei der IHK zeigt, für welche Ideen und Werte die drei Politiker eintreten. Amtsinhaberin Bettina Warnecke, Meike Lukat (WLH) und Bernd Stracke (SPD) diskutieren über Lkw-Verkehr, preisgünstiges Wohnen und einen besseren ÖPNV.

 Einen spannenden Schlagabtausch haben sich die drei Haaner Bürgermeisterkandidaten am Freitagabend in der IHK-Wahlarena geliefert. Amtsinhaberin Bettina Warnecke (parteilos) und ihre Kontrahenten Meike Lukat (WLH) und Bernd Stracke (SPD) diskutierten miteinander über die Zukunft der Gartenstadt, über ihre Ideen für Haan und ihre Versprechen an die Wähler. Begleitet hat die Fragerunde, die als Live-Stream im Internet verfolgt werden konnte, WDR-Moderatorin Stephanie Kowalewski. Zur Sprache kamen in dem bewusst wirtschaftlich geprägten Gespräch unter anderem Ideen für einen besseren Nahverkehr und bezahlbare Wohnungen. Die Bürgermeister-Kandidaten setzten dabei unterschiedliche Akzente.

Meike Lukat. Die WLH-Kandidatin gab sich gewohnt kämpferisch. Mit ihr als Bürgermeisterin werde Haan in fünf Jahren eine gesunde Verwaltung haben und viele neue Projekte anstoßen. Sie möchte beispielsweise ein Leerstandsmanagement etablieren, um die Bedürfnisse von Unternehmen kurz-, mittel- und langfristig erfassen zu können und auf diese Weise die Flächennutzung steuern zu können. Außerdem setzt sie sich für sichere Radwege und ein Lkw-Führungskonzept ein, das die Innenstadt entlastet. Sie schlägt unter anderem alternative Wohnformen vor, beispielsweise eine Tiny-House-Siedlung oder eine Tauschbörse für Wohnraum. Lukats langjährige Erfahrung in der Haaner Lokalpolitik lässt sich in ihren Wortbeiträgen erkennen, die für den Zuschauer teilweise ein wenig zu weit ins Detail gehen, die andererseits aber ihre tiefe Kenntnis der Materie zeigen. Alles in allem ein überaus souveräner Auftritt der WLH-Kandidatin.

Bernd Stracke. Der SPD-Kandidat startet seinen dritten Anlauf, in Haan Bürgermeister zu werden. Er möchte die Gartenstadt sozial gerechter machen und sie zur Klimaschutzhauptstadt des Kreises entwickeln. Der 61-Jährige kann sich gut vorstellen, die Ansiedlung von Firmen an die Bedingung zu knüpfen, pro 100 Quadratmeter zehn Arbeitsplätze zu schaffen. Sein Plan ist, Haan Fußgängerfreundlicher zu gestalten. Dazu gehören auch Ruhezonen. Mit ihm würde die Innenstadt zu einer Tempo-30-Zone, außerdem möchte der SPD-Fraktionschef über attraktive Nutzungsbedingungen für den ÖPNV nachdenken, beispielsweise über ein 1-Euro-Ticket oder sogar den kostenlosen Nahverkehr auf Ortsbusstrecken. Wie das finanziert werden soll, ist unklar. Danach wurde er aber auch nicht gefragt. Insgesamt ein unaufgeregter Auftritt des in allen Bereichen sehr gut vorbereiteten SPD-Kandidaten.

Bettina Warnecke. Die parteilose Amtsinhaberin möchte in den kommenden fünf Jahren die Schullandschaft saniert haben und Haan deutlich digitaler und nachhaltiger machen. Das denkmalgeschützte Rathaus kann sie sich nach dem Umzug der Verwaltung in den Neubau sehr gut als Gründer- und Start-up-Zentrum vorstellen. Sie möchte eine Ortsbuslinie einrichten, die alle zehn Minuten fährt und Gruiten vernünftig anschließt. Für neue Wohnungen kann sie sich auch Liegenschaften vorstellen, die momentan noch von der Verwaltung genutzt werden. Da diese nach dem Umzug ins neue Rathaus aber nicht mehr benötigt werden, entstehen dort Kapazitäten. Sie möchte mehr Dächer begrünen und alle städtischen Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen versehen. Warnecke wirkt überzeugend und passioniert.

Am Sonntag, 13. September, wählt Haan den neuen Rat und die Bürgermeisterin/den Bürgermeister. Sollte es zur Stichwahl kommen, steht sie zwei Wochen später an.

(tobi)