Haan: Sein Herz schlägt für Vögel und Kröten

Haan : Sein Herz schlägt für Vögel und Kröten

Der Haaner Naturschützer Volker Hasenfuß wird am 21. Oktober für sein Engagement mit dem Rheinlandtaler geehrt.

Ein einziges Herz schlägt in der Brust von Volker Hasenfuß. Doch eigentlich müssten es mehrere sein. Denn das eine belegen schon Ehefrau, Kinder und Enkel. Ein weiteres aber müsste für Orchideen, ein drittes für Vögel und das vierte für Amphibien reserviert sein: Hasenfuß ist engagierter Naturschützer in Haan. Sein großes Herz schlägt "für die Natur, die selbst doch so wehrlos ist und die man schützen muss". Für sein Engagement wird Hasenfuß vom Landschaftsverband Rheinland bei einer Feierstunde am Dienstag, 21. Oktober, 16 Uhr, im Haaner Rathaus mit dem Rheinlandtaler geehrt.

Darauf angesprochen, beginnt Hasenfuß zu erzählen. Doch seine Gedanken nimmt nicht etwa die öffentliche Verleihung in Anwesenheit von Politikern, Honoratioren, Verbandsvertretern und Verwaltungsrepräsentanten in Anspruch. Er berichtet vielmehr von der Arbeit in freier Natur - und davon, was sie ihm und auch seiner Ehefrau Ortrud Hasenfuß zu geben vermag.

Zehn Amphibienteiche haben er und weitere Helfer in den ehemaligen Steinbrüchen Gruitens, der Grube 7, angelegt. Der größte davon umfasst 1400 Quadratmeter. Mit Freude beobachteten die Naturschützer, dass Geburtshelfer- und Kreuzkröten das Refugium gut annahmen. "Die haben sich explosionsartig vermehrt. Wir waren so stolz", berichtet Hasenfuß.

Doch plötzlich dezimierte sich der Bestand an Amphibien so rapide, wie er einst zugenommen hatte. Hasenfuß hatte einen Verdacht, legte sich nachts mit seiner Kamera auf die Lauer - und schoss rund 300 Beweisfotos. Sie identifizieren ganz klar Waschbären als Übeltäter. Die kommen nachts zu den Teichen und fressen Frösche sowie deren Laich. "Das ist noch ein offenes Thema", sagt Hasenfuß. Die Behörden seien informiert, "das ist jetzt Sache der Jägerschaft". Sie müsste die Waschbären, die dort nicht hingehören, einfangen oder abschießen. Das Engagement des Naturschützers muss hier fürs erste enden.

Doch Hasenfuß bewegen noch andere Projekte. Mit 78 Jahren hilft er immer noch dabei, Wiesen so zu mähen, dass die so unscheinbaren, wild wachsenden Orchideenarten eine Chance haben. Bis in die Eifel führt ihn dieses Engagement. "Orchideen brauchen Licht und Luft. Der Boden darf nicht verfilzen, sonst kommen die Keimlinge nicht durch." Fast täglich ist der ehemalige technische Betriebsleiter der Milchwerke Wuppertal unterwegs. Schon als Kind wurde seine Leidenschaft für das Thema geweckt. "Meine Eltern haben mich und meine Schwester angehalten, die Natur zu achten", sagt er. Diese Leidenschaft vermochte ein Lehrer der drei heute erwachsenen Töchter, ebenfalls ein Träger des Rheinlandtalers, im Jahr 1984 in nachhaltige Projekte zu lenken. Hasenfuß ist Landschaftswart des Kreises Mettmann, hat in Haan und Gruiten 350 Nistkästen aufgehängt, wirkt im Arbeitskreis Heimische Orchideen mit. Allein im Kreis Mettmann hat er 36 Orchideenvorkommen erforscht und kartiert. Er hat Fachbeiträge verfasst und wissenschaftliche Grundlagenarbeit für den Naturschutz im Rheinland geleistet.

Bei dieser Grundlagenarbeit hilft ihm Ehefrau Ortrud. "Sie hält mir den Rücken frei, dass ich nicht so viel Bürokram machen muss", sagt Hasenfuß dankbar. Viel Zeit investiert er in den Naturschutz. "Da ist es das Wichtigste, dass die Frau dahintersteht." Ehefrau Ortrud sieht darin kein Opfer: "Wir haben die gleichen Interessen. Seit ich meinen Mann kenne, sehe ich das Thema Naturschutz als eine Bereicherung an", sagt die 75-Jährige. Im Sommer dieses Jahres feierte das Paar Goldene Hochzeit, drei Töchter und zwei Enkel, die sich auch für den Naturschutz interessieren, gratulierten.

Sorgen macht ihm nur der Nachwuchs: "Leider haben wir viel zu wenig Leute", sagt Hasenfuß. Dabei habe die Arbeit in freier Natur viele Vorteile: "Man macht etwas Sinnvolles, hat körperlich viel zu tun und erspart sich das Fitness-Studio.",

(RP)
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