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Haan: Schulen freuen sich auf Young Americans

Haan : Schulen freuen sich auf Young Americans

Die jungen Tänzer und Choreographen kommen Anfang Mai zum Workshop nach Haan. Die Lions machen es möglich.

Die Young Americans kommen wieder an die Haaner Schulen — und die Schüler haben Grund zur Freude. Die 45 Tänzer und Choreographen aus den USA leiten einen dreitägigen Workshop, der in einer großen Aufführung im Solinger Theater gipfelt. Anfang Mai sind 220 Schüler der Klassen fünf bis zehn der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums zum Mitmachen aufgefordert.

Das Haaner Orga-Team (von links, hintere Reihe): Lars Kindermann ( Gymnasium) und Frank Jung (Lions-Club), vordere Reihe: Claudia Bachmann (Gymnasium), Knut Hahn (Emil-Barth-Realschule) und Daniel Bisdorf (Hauptschule Zum Diek) Foto: privat

"In dieser Woche starten die gemeinsamen Kick-Off-Veranstaltungen von Lions und Schulen", berichtet Stefan Wassermann vom Lions-Club, der Workshop und Aufführung maßgeblich finanziert. "Das Organisationsteam hat sich vorige Woche erstmals getroffen." Dazu gehören Lars Kindermann und Claudia Bachmann von Gymnasium, Dr. Frank Jung von den Lions, Knut Hahn von der Emil-Barth-Realschule und Daniel Bisdorf von der Hauptschule Zum Diek. Sie koordinieren jetzt den Einsatz der amerikanischen Gäste und kümmern sich um den Ablauf und die Unterbringung.

Internationale Touren führten die Young Americans durch die gesamten USA und um die Welt nach Europa, Südostasien, Japan, Australien und Neuseeland. Sie konzertierten im Madison Square Garden, der Hollywood Bowl in Los Angeles, im Cow Palace in San Francisco und unzähligen weiteren internationalen Konzertstätten. Ihre Besonderheit bei der Arbeit an Schulen: Sie wecken Begeisterung, der sich niemand entziehen kann. Talente werden auf diese Weise "ganz nebenbei" entdeckt, Sänger und Tänzer geradezu "geboren". Dabei schaffen es die Musicalstudenten immer, alle Schüler zum Mitmachen zu bewegen — und ein abendfüllendes Tanz- und Musikprogramm auf die Beine zu stellen. Die Profis stehen dabei mit den Schülern auf der Bühne, sie singen und tanzen gemeinsam. Das schulische Ziel: verbesserter Zusammenhalt, Erleben von unerkannten Stärken gerade bei vermeintlich schwachen Schülern.

Es ist der vierte Besuch der Young Americans in Haan, die alle drei Jahre in die Gartenstadt kommen, damit alle Schüler während ihrer Schullaufbahn einmal in den Genuss eines Workshops kommen. Der Haaner Lions-Club fördert die Besuche maßgeblich: "Wir verpflegen alle Workshop-Teilnehmer, bezahlen die T-Shirts und die Saalmiete für das Solinger Theater", zählt Wassermann auf. "Außerdem geben wir jedem Teilnehmer zehn Euro Zuschuss zu den Workshop-Gebühren." Das Geld komme aus dem Verkauf der Lions-Adventskalender.

Ein Besuch der Truppe kostet im Schnitt 20 000 Euro — den Großteil zahlen die Lions. Geld, das nach ihrer und anderer Sponsoren Ansicht gut angelegt ist: Der Workshop gebe künstlerische Impulse, stärke Vertrauen in die eigenen Kräfte sowie Teamfähigkeit und Selbstvertrauen, er fördere das interdisziplinäre Denken. Das berichten auch Geldgeber und Beobachter aus anderen Schulen, die mit den Young Americans gearbeitet haben, etwa aus Düsseldorf und Essen: Noch nie ist beispielsweise eine Aufführung nicht zustande gekommen, stets ist es gelungen, auch als "schwierig" geltende Schüler einzubinden. "Das liegt daran, dass wir Jugendliche wundervoll finden", sagte Ross Macdonald im Jahr 2010. Er war damals der Direktor der Young Americans, die in Haan zu Gast waren.

(RP)