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„Schotterbeet“ in Haan war mineralischer Mulch

Antwort im Umweltausschuss in Haan : „Schotterbeet“ ist hochwertiger Mineral-Mulch

Eine vermeintliche Umweltsünde hatte CDU-Politiker Vincent Endereß in einem Brief ans Rathaus angeprangert und Antworten im Umweltausschuss erbeten. Die lieferte die Verwaltung.

Vincent Endreß war ziemlich aufgebracht: „Mit Erstaunen und Erschrecken“, schrieb der Haaner CDU-Vorsitzende in einer Anfrage an Bürgermeisterin Bettina Warnecke, habe er feststellen müssen, „dass die neu geschaffenen Staudenbeete nach der aktuellen Pflege mit Schotter bedeckt wurden“. Als Beleg fügte er Fotos von mehreren Stellen im Stadtgebiet hinzu, die einen körnigen Belag zeigten: „Wir können uns nicht vorstellen, dass diese Umgestaltung tatsächlich gewollt und durch die Stadt beauftragt ist, widerspricht sie doch allen Zielen den Runden Tisches Klimaschutz“, kritisierte Endereß und bat um „kurzfristige Erklärung und Behebung des Zustandes“.

Die Erklärung lieferte die Stadtverwaltung jetzt im Vorfeld des Ausschusses für Umwelt und Mobilität in einem umfangreichen Antwortschreiben. Aus den Staudenbeeten seien keineswegs Schotterbeete geworden,  hieß es da.  Es handele sich vielmehr um eine „mineralische  Mulchung“ mit „Steinberger Hartkalkstein Edelsplitt“ aus den Natursteinbrüchen Iseke in Wuppertal-Dornap. Der Mulch solle einerseits  die Unterhaltungskosten gering halten, da eine Austrocknung der Pflanzflächen verhindert und aufwändiges Bewässern mit Maschinen maßgeblich reduziert werde. Das wiederum sei ein Beitrag zur Reduktion von CO2 Emissionen.

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Aber auch um das Ausbreiten unerwünschter dominanter Arten, das so genannte Bei- oder Wildkraut (wie etwa Melde) zu verhindern, werde Mineralmulch verwendet. Er schütze die Pflanzflächen vor Frost, Austrocknung, Erosion und Verschlammung, schreibt die Stadt weiter.

Rindenmulch habe dagegen den Nachteil, „dass er sehr schnell verrottet, dem Boden Stickstoff entzieht sowie ein saures Bodenmilieu schafft, das nicht alle Staudenarten vertragen“. So führe die Auswaschung von Gerbstoffen und der Entzug von Nährstoffen zu einer Störung des Staudenwuchses. Bei einer mineralischen Mulchung hingegen entwickelten sich Stauden und Gräser wesentlich besser. Die Stadt betont: „Nach einigen Jahren ist von der Mulchung – außer in den Wintermonaten – nichts mehr zu sehen“, obwohl sie über einen langen Zeitraum ihren Zweck erfülle.

Fazit: Der Einsatz von Mineralmulch  bei der Baumaßnahme „Grüne Infrastruktur“ an den Kreiseln Nordstraße und Flurstraße ist nach den Ausführungen der Stadtverwaltung keine Umweltsünde, sondern vielmehr ein Beispiel für gelungene „Umsetzungsmöglichkeiten von klimaschutz- und klimaanpassungsrelevanten Aspekten im baulichen Bereich“.