Säure-Anschlag auf Innogy-Manager: Angriff könnte Beziehungstat gewesen sein

Angriff auf Manager in Haan : Hatte Säure-Anschlag privates Motiv?

Die Angreifer, die am Sonntag in Haan einen Innogy-Manager mit Säure schwer verletzt haben, sind noch nicht gefasst. Es gibt aber erste Hinweise. Einen direkten Zusammenhang zum Beruf des Opfers gibt es offenbar nicht.

Im Fall des Säure-Attentats auf den Finanzvorstand der RWE-Tochter Innogy, Bernhard Günther, gibt es offenbar erste Anhaltspunkte. Aus Ermittlerkreisen war am Dienstag zu erfahren, dass man inzwischen stark von privaten Motiven ausgeht. Der Überfall habe demnach keinen direkten Zusammenhang zum Beruf des Opfers.

Günther war am Sonntagmorgen in der Nähe seines Wohnhauses in Haan von zwei Unbekannten überfallen worden, die ihm Säure ins Gesicht geschüttet hatten. Günther erlitt schwerste Verätzungen und ist weiter in einer Spezialklinik. Nach den Tätern wird gefahndet; unbestätigten Berichten zufolge könnte eine der DNA-Spuren, die am Tatort gefunden wurden, auf eine Frau hindeuten.

Säureangriff in Haan: Finanzvorstand von Innogy schwer verletzt, Täter auf der Flucht

Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Wuppertal war Dienstagnachmittag für eine Stellungnahme niemand zu erreichen. Zuvor hatte eine Sprecherin der Anklagebehörde erklärt, dass man mit dem 51-jährigen Günther geredet habe. Er habe aber selbst keine Hinweise zur Tat geben können.

Haus wird überwacht

Staatsanwältin Dorothea Tumeltshammer bestätigte zudem, dass es bereits vor sechs Jahren einen Überfall auf den Energiemanager gab. Damals war er von zwei Unbekannten beim Joggen überfallen und zusammengeschlagen worden. Die Tat konnte damals nicht aufgeklärt werden. "Wir prüfen natürlich nun, ob Zusammenhänge zwischen beiden Taten bestehen." Derzeit gebe es dafür aber keine Anhaltspunkte. "Wir ermitteln weiter in alle Richtungen, beruflich und privat", sagte die Sprecherin.

Die Ermittler suchen nun dringend Zeugen, die in dem Villenviertel vor den Toren Düsseldorfs Verdächtiges beobachtet haben. Die Täter könnten die Gewohnheiten des Managers ausspioniert haben. Das bislang sichergestellte Spurenmaterial wird noch ausgewertet. Ein konkreter Hinweis auf einen Täter sei darunter aber bislang nicht, sagte die Staatsanwältin.

Das Landeskriminalamt führt keine Statistiken über Säure-Anschläge, hieß es am Dienstag auf Anfrage. Im Jahr 2006 wurden das Haus und zwei Autos des in Benrath lebenden Bayer-Chefs Dormagen attackiert. Auf die Wände des Hauses wurde das Wort "Mörder" geschrieben, die Autos wurden mit Säure verätzt. Als Täter wurden radikale Tierschützer vermutet, diese hatten am Ort ein Bekennerschreiben hinterlassen.

Günthers Haus in Haan wird derzeit von einem Wachdienst 24 Stunden lang überwacht. Zudem fährt die Polizei dort stündlich vorbei, um die Lage zu sondieren.

Hinweis: In einer früheren Version des Textes stand, im Jahr 2016 seien das Haus und zwei Autos des in Benrath lebenden Bayer-Chefs Dormagen attackiert worden. Richtig ist, der Vorfall ereignete sich im Jahr 2006. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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