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Haan: Ratsinformations-System gestört

Haan : Ratsinformations-System gestört

Sowohl die Ratsmitglieder als auch Bürger finden seit einer Woche keine Sitzungsvorlagen im Internet. Stadt und Hersteller suchen nach der Ursache.

Wer die Stadtseite von Haan im Internet aufruft (www.haan.de) und dann unter der Rubrik Service auf "Ratsinformationssystem" klickt, kann sich dort - getrennt nach Bürger und Ratsmitglied - über die Tagesordnung des Stadtrates und seiner Fachausschüsse informieren. Besser gesagt: konnte. Denn seit gut einer Woche ist das Informationssystem gestört. Weder die Stadtverwaltung noch der Hersteller Somacos haben bislang den Fehler finden und beheben können.

Über den Sitzungskalender kann zwar die Tagesordnung aufgerufen werden, dort fehlen aber die sonst hinterlegten Sitzungsvorlagen. Sie enthalten alle relevanten Informationen: um was es geht, was die Verwaltung oder andere Beteiligte dazu sagen, ob und welche Kosten entstehen und so weiter. Ohne diese Beschlussunterlagen können Bürger nicht verstehen, was im Stadtrat, seinen Fachausschüssen und im Haaner Rathaus eigentlich vor sich geht oder verhandelt wird. Mitte 2008 hat Haan das Ratsinformationssystem "Session" der Firma Samacos angeschafft. Bislang funktionierte es ohne Probleme. Nach der Kommunalwahl wurden in Haan einige Fachausschüsse neu eingerichtet, berichtet Webmaster Fabian Beyer. Seitdem stünden die Beschlussvorlagen nicht mehr im System. Das erkenne das System aber nicht: "Das Problem ist vor einer Woche aufgefallen. Wir arbeiten dran. Der Firma ist Moment nicht klar, wo das Problem liegt."

Somacos ist nicht irgendeine Firma, sondern Marktführer für Sitzungsmanagement und Gremienarbeit, der nach eigenen Angaben mehr als 1200 Verwaltungen, Banken, Unternehmen und Institutionen betreut. Geschäftsführer Bernd Thiem wollte auf Anfrage nichts zu den Problemen in Haan sagen - und verwies an die Stadt Haan.

Das Programm wird auch bei der Stadt Dormagen eingesetzt. So ein Fall wie in Haan ist IT-Leiter Wolfgang Zimmer noch nicht untergekommen. Er vermutet, dass das Problem nicht in der Anwendung liege, sondern in der Handhabung: "Es gibt für jedes Dokument eine Vielzahl von Parametern."

Im Hildener Rathaus arbeitet Roland Becker seit 2009 mit dem Ratsinformationssystem "Session". Anschaffungspreis: rund 33 000 Euro. Jedes einzelne Dokument müsse mehrfach elektronisch freigegeben werden, erläutert er: "Beispielsweise ist es öffentlich für alle Bürger einsehbar, nur für Ratsmitglieder oder nur für den Amtsgebrauch. Das ist ein komplexes System." Das Haaner Problem sei ihm schon einmal begegnet - "aber nur bei einzelnen Dokumenten". Glücklicherweise habe er den Fehler stets wieder beheben können.

(RP)