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Pfarrgemeinderat Haan: „Priester sollen über Zölibat entscheiden“

Haan : Pfarrgemeinderat fordert: „Priester sollen selbst über Zölibat entscheiden“

Der Pfargemeinderat von St. Chrysanthus und Daria widerspricht deutlich dem Proklamandum des Kölner Generalvikars, das eine Unvereinbarkeit von Seelsorge und Partnerschaft bei Priester feststellt. Der Zölibat habe wenig Bedeutung für Haaner Katholiken.

  Sebastian Lambertz sollte zum 1. September die Leitung der katholischen Gemeinden in Hilden und in Haan übernehmen. Er trat die Stelle nicht an, weil er heiraten möchte. Dazu hat der Pfarrgemeinderat von St. Chrysanthus und Daria Haan jetzt eine Stellungnahme abgegeben. Das Laiengremium widerspricht deutlich dem Proklamandum des Kölner Generalvikars, das eine Unvereinbarkeit von Seelsorge und Partnerschaft bei Priester feststellt. Der Zölibat habe wenig Bedeutung für Haaner Katholiken.

„Geprägt von dem Streben nach Wahrhaftigkeit hat er (Sebastian Lambertz) seine Entscheidung für eine Partnerin öffentlich gemacht und damit Möglichkeiten diskreter Behandlung ausgeschlagen. Auch sah er sich in einem Gewissenskonflikt zwischen Zölibatsversprechen und Bischofsgehorsam einerseits und der Liebe zu einer Frau andererseits. Im Schreiben an seine Pfarrgemeinden versichert er, dass seine Liebe zur Kirche und zu seinem Beruf nach wie vor ungebrochen sind.  Als nachdenkliche Christen können wir durchaus Vereinbarkeiten in diesen vermeintlichen Gegensätzlichkeiten ausmachen“, schreibt der Pfarrgemeinderat. „Die glückliche Beziehung zu einer Partnerin sehen wir eher als Stärkung für die priesterliche Arbeit denn als Belastung. Es bedarf vornehmlich einer überzeugenden Verkündigung des Evangeliums im Sendungsraum als der Betonung der Sinnhaftigkeit der Ehelosigkeit um des Himmelsreiches willen. Der Zölibat ist sicher manchen ein unverzichtbares Zeichen. Die Wertigkeit dieses Zeichens sollte aber ins Ermessen jedes einzelnen gestellt werden.“

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Der Pfarrgemeinderat möchte, „dass in Zukunft die priesterliche Lebensform des Zölibats von Bewerbern als Option gewählt werden kann“. Dies befürworteten unter anderem der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer und der Erfurter Bischof Dr. Ulrich Neymeyr. „Ein starkes Zeichen wäre, wenn ein Bischof seinen Priesters sowohl das Weihesakrament spenden als auch die Spendung des Ehesakraments durch das Brautpaar begleiten würde. Der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Prof. Dr. Thomas Sternberg , machte jüngst in einem Zeitungsinterview diesen Vorschlag.“ Die Stellungnahme schließt mit einem Gesprächsangebot: „Wenn Sie darüber mit uns ins Gespräch kommen wollen, lassen Sie es uns gerne wissen.“