Pater Chris Aarts wird 85

Haan : Pater Chris Aarts wird 85 Jahre alt

Vor 60 Jahren legte er Gelübde im Kreuzherrenorden ab. 58 Jahre ist er Priester und seit 16 Jahren Subsidiar in Haan.

Auf die Feier mit Pater Chris Aarts, der am 28. Juni sein 85. Lebensjahr vollendet, muss die katholische Kirchengemeinde in Haan noch etwas warten. Denn den Ehrentag verbringt Chris Aarts im Familienkreis. Trotzdem darf die Pfarre wieder einmal mit ihm feiern, wie zuvor 2011 sein goldenes Priesterjubiläum und 2014 seinen 80. Geburtstag und 2016 sein diamantenes Ordensjubiläum. In Dankbarkeit für sein priesterliches Wirken als Subsidiar seit nunmehr 13 Jahren in Haan und Gruiten und seit 2015 auch in Hilden wird dies geschehen“.

In seinen Gottesdiensten kann man ihn als engagierten und authentischen Priester erleben, dem es immer wieder gelingt, neben eindrücklichen Worten auch der Stille, der Besinnung und der Andacht Raum zu geben. Er scheut sich nicht, auch unbequeme Wahrheiten und Missstände anzusprechen und in zeitgemäßen und lebensnahen Worten Gottes Anspruch an und Zuspruch für die Menschen zu formulieren.

Eine seiner Lieblingserzählungen in der Heiligen Schrift ist die vom Unterwegssein zweier Jünger mit Jesu nach Emmaus. So versteht es sich, dass sein priesterliches Selbstverständnis schon seit jeher darin besteht, Menschen im Vertrauen auf die lebensstärkende Kraft des Evangeliums und auf deren von Gott geschenkte Gaben und Fähigkeiten, auf ihrem Glaubensweg zu begleiten und zu befähigen. Und zwar lange bevor dies in unserem Bistum in den aktuellen Zeiten des Umbruchs „modern“ wurde.

Christian Aarts als 5 jähriger Schüler 1939 in Mierlo-Hout. Foto: Blazy, Achim (abz)

Als geistlicher Beirat der Frauengemeinschaft ist er nicht nur dort ein gern gesehener Vortragsredner und Gesprächspartner. Bei seinem Einsatz bei der jährlichen Kunstausstellung in St. Chrysanthus und Daria offenbart sich  sein Faible für Kunst und Kultur. Im Seelsorgeteam schätzt man seine ruhige, klare und besonnene Art, in der er sich mit seinem reichen Erfahrungsschatz einbringt. Sein feiner Humor gewinnt noch, wenn er mit seinem unverkennbar niederländischen Akzent zum Beispiel erzählt, dass er seinem Arzt geantwortet hat, dass er einverstanden sei, dass ihm eine neue Herzklappe eingesetzt wird – allerdings solle die dann aber unbedingt von einem niederländischen Schwein stammen.

Auch wenn er seit 2013 keine Verantwortung mehr für eine eigene Gemeinde trägt kann man bei ihm keinesfalls von Ruhestand sprechen. Es kommt nicht häufig vor, dass man Chris Aarts zuhause antrifft, ist er doch gerne unterwegs, sei es zu seiner Familie in den Niederlanden, die er häufig besucht, oder zu Besuchen bei den Menschen aus seinen früheren Wirkungsstätten, mit denen er einen regen Kontakt pflegt. Wenn er allerdings zu Hause ist, freut er sich über Besuch, hat stets ein offenes Ohr für jedermann und nutzt dann gerne die willkommene Gelegenheit, sein geliebtes „Käffken“ zu trinken. Wer einmal das Glück hatte, die Blütenpracht auf seinem Balkon zu bewundern, erkennt seine Liebe zu allem, was wächst und dass er mehr als einen „grünen Daumen“ hat. Sein Sinn für Schönheit und Ästhetik zeigt sich auch in seiner stilvoll und gemütlich eingerichteten Wohnung.

Eine große Liebe hegt er auch für seine Ordensgemeinschaft, die Kreuzherren und voller Stolz konnte er 2017 einen Bildband vorlegen über die Spuren des 700-jährigen Wirkens seines Ordens im Rheinland und in Westfalen. Dazu hatte er in dreijähriger, akribischer Fleißarbeit zusammen mit einem befreundeten Ehepaar Bild- und Textdokumente zusammengetragen.

Auch wenn ihm gesundheitliche Einschränkungen in letzter Zeit einiges an Geduld abverlangen und ihn häufiger als ihm lieb ist dazu zwingen, kürzer zu treten, hält ihn dies nicht davon ab, das aktuelle Geschehen in Kirche und Gesellschaft weltweit zu verfolgen und sich seine Meinung dazu zu bilden.

In seiner Predigt zu Christi Himmelfahrt, in der es um unsere menschlichen Vorstellungen vom Himmel ging, verriet er sein  eigenes Bild, das er als Kind vom Leben im Himmel  hatte: „Da gibt es steifen Reis mit nem bisken braunen Zucker“. Heute müsste sicherlich auch noch ein Käffken dabei sein!

Die Autorin ist Pastoralreferentin der katholischen Pfarrgemeinden in in Haan und Hilden.

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