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Naturschützer restaurieren in Haan alten Trafoturm

AGNU Haan freut sich über Zuschüsse : Naturschützer restaurieren alten Trafoturm

Das Baudenkmal in der Elp wird zur Stromversorgung nicht mehr benötigt. Jetzt erhält er Nistmöglichkeiten und Schlafplätze für Vögel und Insekten.

Die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (AGNU) Haan beginnt mit dem Umbau des alten Trafoturms in der Elp. Früher diente der Turm noch zur Stromversorgung der Stadt, doch die AGNU möchte den Turm als Artenschutzturm für gebäudebewohnende Tierarten umbauen. Die Idee dafür entwickelte Uwe Rabe, Verantwortlicher des Turmteams, nach einer Weiterbildung der Bio-Station.

Mit dem Artenschutzturm Elp bekommt Haan ein Anschauungsbeispiel dafür, wie gebäudebewohnende Tierarten wie Eulen, Falken, Mauersegler, Schwalben, Dohlen und Co. im Siedlungsbereich durch geeignete Nistmöglichkeiten unterstützt werden können. In unseren Städten machen wir unsere Häuser zunehmend „dicht“, es fehlt gegenüber früheren Zeiten an Brutnischen und Einschlupflöchern für Rotschwanz, Haussperling oder Fledermäuse. Alles das können Artenschutztürme noch bieten und erste Erfolge ließen nicht lange auf sich warten: Bereits im zweiten Jahr brüten die Turmfalken erfolgreich am Turm und weitere „Interessenten“ werden sich nach dem Umbau einfinden, ist AGNU-Vorstand Sven Kübler sicher.  Übrigens: Von den rund  180 Tagfalterarten in Deutschland überwintern sechs Arten als Schmetterlinge: Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Zitronenfalter, C-Falter, Trauermantel, Großer Fuchs - demnächst auch im Turm in der Elp.

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Den Turm erwarb die AGNU 2017 von den Stadtwerken für dem symbolischen Betrag von nur einem Euro. Kurz darauf stellte sich heraus, dass der Turm unter Denkmalschutz steht, sodass die AGNU das Projekt nun nicht nur dem Naturschutz, sondern auch dem Denkmalschutz widmet. Seit dem kümmerte sich die AGNU um die Planung des Umbaus, holte Genehmigungen ein, beantragte Fördermittel und suchte geeignete Sponsoren. Täglich arbeiten fünf bis sieben ehrenamtliche Helfer nach Feierabend am Turm weiter und renovieren diesen. Die Helfer bauen unter anderem Nistkästen für Vögel und schaffen Öffnungen nach innen für Fledermäuse oder Schmetterlinge.

Ein meterhohes Gerüst steht derzeit außen an allen Turmmauern. Denn nicht nur der Innenraum wird umgebaut, sondern auch von außen soll der Turm restauriert werden. Die Farbe des Turms hat mit den Jahren gelitten und haftet nicht mehr, sodass die AGNU auch die Fassade erneuert. In Zukunft wird der Turm nicht mehr braun weiß sein, sondern wie früher in Sandputz erstrahlen. In Sockel werden „Hotels“ für Insekten angebracht.

So soll der Artenschutzturm für die nächsten 15 bis 20 Jahre erhalten werden. Der Umbau soll die nächsten zwei bis drei Monate andauern, sodass sich bald schon die ersten Tiere einnisten können.

Auch wenn sich durch das Hochwasser alles etwas verzögert hat, beginnt die AGNU nun mit dem Umbau. Knapp 15.000 Euro benötigte der Verein dafür. Zahlreiche Sponsoren unterstützen das Projekt. Dazu gehören die Stadtwerke, die Stadtsparkasse Haan, die Bürgerstiftung Haan, die Haaner Felsenquelle und Rolf Ostermann.

Petra von der Lest, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Haan, erläutert: „Wir haben die AGNU schon oft unterstützt und wissen, dass das Geld dort in besten Händen ist.“ Die Bürgerstiftung sei immer bereit, derartige Projekte zu unterstützen, „vor allem, weil Umwelt- und Naturschutz Teile unserer Satzung sind“. Sven Kübler, Vorstandsmitglied der AGNU, hatte die Sponsoren-Suche koordiniert. Auch die NRW-Förderung unterstützt das Projekt und überreichte der AGNU einen Förderbescheid in Höhe von 9500 Euro.

Martin Woike, Vertreter der NRW-Stiftung, hegt eine besondere Affinität für das Projekt, da es für ihn ein besonderer Termin in seiner Heimatstadt ist. „Der Artenschutzturm stellt ein plakatives Beispiel, ein aktives Anschauungsobjekt für die Haaner Bürger dar. Dadurch können diese mögliche Maßnahmen für das eigene Haus mitnehmen.“ Die NRW-Stiftung förderte schon über 3000 Projekte, darunter in Gruiten das Haus am Quall und die Restaurierung des Turmes der Nikolauskirche. Doch auch die Nachbarn des Turms helfen tatkräftig mit und legten 100 Meter lange Strom- und Wasserleitungen zum Turm, um diesen mit Wasser und Strom zu versorgen.