Haan: Naturschützer bauen Krötenzaun

Haan: Naturschützer bauen Krötenzaun

Zwei Mal täglich tragen die Haaner Helfer die Eimer voller Tiere über die Straße.

Als es endlich milder wurde im Bergischen Land, machte sich die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (Agnu) bereit, auch dieses Jahr wie in den vergangenen drei jahrzehnten die Kröten am Hermgesberg zu schützen.

Mit Spaten und Gummistiefeln ausgerüstet, ging es für die 20 Helfer an die Arbeit. Eine von ihnen war Katja Geldien, die zum ersten Mal dabei war. "Ich habe durch eine Anzeige von der Aktion erfahren, und es macht Spaß etwas für die Kröten zu tun", sagt sie. "Dabei war es meine Aufgabe, die Heringe in den Boden zustecken, so dass sich keine Löcher bilden, durch die die Kröten schlüpfen können." Der Verein hat am Hermgesberg einen rund 200 Meter langen Krötenschutzzaun errichtet, der Kreis Mettmann nicht weit davon entfernt, am Hahnenfurther Weg, einen etwa 400 Meter langen Zaun. "Durch die Gittergeflechte werden die Tiere davor geschützt, über die Straße zu wandern und dort überfahren zu werden", berichtet Frank Wolfermann von der Agnu. "Stattdessen werden sie in Eimer, die alle 20 Meter am Zaun entlang eingegraben sind, geleitet und dann von uns zwei Mal täglich über die Straße zum Teich getragen. Das Maximum an Kröten, das wir pro Nacht gerettet haben, lag bei 100 Tieren."

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Samstag wurden am Hahnenfurther Weg 73 Kröten (14 Weibchen, 59 Männchen), ein Bergmolch sowie acht Frösche gerettet. Kinder brachten sie zu dem nahegelegenen Teich. Eine von ihnen war die zehnjährige Annika, die samt Schwester und Freundin fleißig mitmachte. "Ich bin heute zum zweiten Mal hier und es macht viel Spaß. Wir waren für den Graben zuständig, durch den der Zaun läuft. Danach haben wir die Kröten zu dem Teich gebracht", erzählt sie stolz.

Auch die Leiterin der Aktion, Beate Wolfermann, ist zufrieden mit dem Ergebnis: "Alle Helfer haben fleißig mitgearbeitet, so dass der Zaun schnell fertig geworden ist", bilanzierte sie. "Für uns ist es wichtig, die Kröten zu schützen. Und durch das tägliche Einsammeln der Eimer erhalten wir einen Überblick über die Population der Tiere." Nach der Fertigstellung des Zauns waren alle Helfer erschöpft, aber zufrieden mit ihrer Arbeit für die Umwelt.

(RP)