Ministerin macht Ehrenamtlern Mut

Haan : Ministerin macht Ehrenamtlern Mut

Beim Neujahrsempfang der CDU Haan ging es unter anderem auch um den politischen Umgang mit Andersdenkenden.

Wenige Stunden zuvor hatte er die gemeinsame Nominierung von Bettina Warnecke durch FDP und CDU für die Bürgermeisterwahl im September bekannt gemacht – am Abend konnte Wolfram Lohmar die Nachricht dann auch beim CDU-Neujahrsempfang im Pfarrzentrum Sankt Chrysanthus & Daria noch einmal verkünden und jede Menge Applaus dafür ernten. Der Vorsitzende der Christdemokraten in Haan hatte den Moment der Bekanntgabe geschickt abgepasst.

„Sie erwarten wie immer an dieser Stelle von mir einen Rückblick auf das letzte Jahr”, hatte Lohmar eingangs erwähnt. Er wolle sich diesmal jedoch kurz fassen. Was ihn allerdings nicht daran hinderte, eine ganze Reihe von Erfolgen zu nennen, die er und seine Parteifreunde mit der bisherigen Amtszeit von Bettina Warnecke verbinden: Das erste Jahr offiziell aus dem Haushalts-Sicherungskonzept, höhere Steuereinnahmen, gelungene Wirtschafts-Förderung, dazu Groß- Investitionen in die Infrastruktur wie noch nie – das allein sei schon eine tolle Bilanz.

„Aber es gab auch noch erfolgreiche Ansiedlungen neuer Unternehmen und damit neuer Steuerzahler – und es ist noch einiges in der Pipeline“, kündigte Lohmar an. Die Verwaltung sei zwar dünn besetzt – der bundesweite Fachkräftemangel schlage auch in Haan voll durch – „aber wir schaffen es immer noch, das alles zu managen“. Dies verband der Parteichef mit einem dicken Lob für Kämmerin Doris Abel und Wirtschaftsförderer Jürgen Simon.

Auch den Technischen Dezernenten Engin Alparslan bezog er ausdrücklich in das Lob mit ein: Er habe eine besonders schwere Aufgabe gemeistert, angesichts des Aderlasses im technischen Dezernat sowie einigen offenen Stellen – „und das vor dem Hintergrund der Großprojekte, die uns besonders am Herzen liegen”. Lohmar nannte gleich mehrere Stichpunkte: Gymnasium vor der Fertigstellung im Sommer, Kita Ohligser Straße im Bau, Mensa Don Bosco, Neubau Grundschule Gruiten, Erweiterung der Gesamtschule, Planung Neubau Schule GS Steinkulle, Planung Rathaus an neuem Standort, Straßensanierungen, Umbau Alter Markt und Park Ville Deu im Rahmen des integrierten Innenstadt Konzeptes.

„Wir haben als CDU diese Entwicklung sehr aktiv mitgestaltet“, betonte Lohmar, „denn Schulen, Kitas und Kindergärten und ein lebenswertes Stadtbild sind eine Investition in die Zukunft, nicht nur unserer Kinder, sondern von uns allen. Und es sind nicht zuletzt die sogenannten weichen Standortfaktoren unserer Stadt, die uns für neue Mitbürger und noch anzusiedelnde Firmen attraktiv machen.”

Etwas besonderes hatten sich die Christdemokraten diesmal übrigens auch optisch einfallen lassen: Sie präsentierten an einer Pinnwand ihre Anträge, die sie im Stadtrat gestellt hatten. Das sollte visualisieren, wie sehr sich die Christdemokraten für die Bevölkerung ihrer Stadt ins Zeug legen. Er sehe jedoch „Kräfte und Strömungen hier in unserer Stadt, die, egal was an positiven Projekten, Meldungen und Signalen aus der Verwaltung und Politik auch kommt, alles mit großer Energie und Hartnäckigkeit permanent madig machen“. Die Debattenkultur in Haan müsse deutlich verbessert werden.

„Für permanente Schlechtrederei und überzogene und haltlose, argwöhnische Kritik, sowohl an den hart arbeitenden Mitgliedern der Verwaltung als auch an den gewählten, ehrenamtlichen Vertretern des Stadtrates, darf kein Platz sein in unserer Stadt”, verkündete der CDU-Chef und fügte hinzu: „Da läuft etwas gewaltig schief hier in Haan.”

Auch die Gastrednerin des Abends ging intensiv auf dieses Thema ein. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, kommunales, Bau und Gleichstellung in Nordrhein-Westfalen, hatte zu vielen der angesprochenen Entwicklungen aus überregionaler Sicht wichtiges beizutragen. Sie betonte unter anderem: „Meckern können viele – es besser machen aber nicht.“ Gerade die ehrenamtlich tätigen Menschen im Lande, und dazu zählten bekanntlich auch die Kommunalpolitiker, seien unverzichtbar für das Gemeinwohl: „Wenn es sie nicht gäbe, würde hier nichts mehr laufen“, sagte die Ministerin.

Die Landesregierung habe in ihrer Legislaturperiode besonderen Wert darauf gelegt, den Handlungsspielraum für die Kommunen zu erhöhen. „Sie haben das Instrument genutzt und gute Arbeit gemacht“, lobte Scharrenbach: „Also lassen Sie sich Ihre Erfolge nicht kleinreden und ziehen den Karren weiter nach vorne.“

(pec)