Kunstverein besucht Stadtarchiv Haan

Haan : Wo die Haaner Geschichte lagert

Auf Einladung des Vereins „Kunst in der Stadt Haan“ haben die Mitglieder und etliche Gäste das Haaner Stadtarchiv besucht. Unter dem Motto „Wo die Haaner Geschichte lagert“ ließen sie sich von Stadtarchivarin Birgit Markley ihr Büro im Rathaus und das Aktenmagazin mit 900 Metern Regalen unterm Hallenbad zeigen.

Anhand etlicher Verwaltungsakten und passend zum Kunstverein ausgewählter Stücke aus verschiedenen Archivbeständen, erläuterte Markley die Arbeit in einem Archiv. Dazu gehört nicht nur Büroarbeit. „Zum Sichten alter Akten in den Kellern der Verwaltung zieht man besser die ältesten Sachen im Schrank an“, bemerkte Markley. Weiter erfuhr die Gruppe, dass sich im Stadtarchiv, außer den Verwaltungsakten (das älteste Stück stammt von 1810), eine umfangreiche Regional- und Verwaltungsbibliothek, Fotos, Postkarten, private Nachlässe und Vereinsarchive, Zeitungen, Plakate, Melde- und Gewerbekarteien und einiges mehr befinden.

Besonders interessant fanden die meisten, dass ein wichtiges Arbeitsfeld die sogenannten Findungsbücher sind. Sie dienen zur Identifikation, wo welche Unterlagen zu finden sind. Heiterkeit rief neben anderen Anekdoten, die die Archivarin preisgab, eine Gepflogenheit aus den Anfängen des Standesamtswesens hervor. Zur Ausstellung einer Geburtsurkunde musste das betreffende Kind vorgezeigt werden, damit sich der Bürgermeister davon überzeugen konnte, dass die Angaben der Eltern zum Geschlecht ihres Sprösslings tatsächlich stimmten. Der Vereinsvorsitzende Peter Püschel dankte im Namen der Besucher und lobte die informative und doch unterhaltsame Führung durch die Archivarin. Man sehe die Arbeit im Archiv jetzt mit ganz anderen Augen. Die Besucher verließen das Stadtarchiv mit dem Wissen, dass Archivarbeit keineswegs grau und staubtrocken, sondern durchaus spannend und aufschlussreich ist.

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