Kripo-Beamtin: Shisha-Bars sind gefährlich

Haan : Gefährlicher Shisha-Rauch

Meike Lukat ist Kriminalbeamtin und arbeitet ehrenamtlich im Jugend Café Haan mit. Sie warnt Jugendliche und Eltern vor Shisha-Bars. Sie sind gefährlich – und das ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen.

Shisha-Bars sind in. Weil Rapper sie cool finden. Und weil Jugendliche auf Rapper stehen, ziehen sie auch Shiha-Bars an. Sie sind Teil einer neuen Jugend-Kultur. Meike Lukat kennt Shisha-Bars - beruflich: „ Ich habe schon viele Razzien gemacht und ich kenne keine Shisha Bar, die nicht illegal beziehungsweise nicht durchweg legal ist.“ Das berichtet die Kriminalbeamtin in einem Vortrag für Jugendliche, Eltern und Lehrer.

Meike Lukat ist Kriminalbeamtin und arbeitet ehrenamtlich im JuCa. Foto: Jugendcafé Haan

Shisha-Bars sind gefährlich. Das sei für Jugendlich aber häufig nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Der Tabak, der dort konsumiert werde, sei zum Teil geschmuggelt und nicht versteuert. Und er werde mit anderen Stoffe gemischt und verkauft. Tabak darf nach dem Nichtraucherschutzgesetz nicht mehr in öffentlichen geschlossenen Räumen wie in Bars konsumiert werden. Ein Gesetzesverstoß. Zudem sei das Shisha-Rauchen in geschlossenen Räumen lebensgefährlich. Weil tödliches Kohlenmonoxid entsteht. Ein Gas, das man weder riechen noch schmecken kann. Es gebe zwar Messgeräte in den meisten Bars, aber oft mangelt es an geschultem Personal.

Oft erlebe Lukat aber auch, dass hinter der Fassade einer Shisha Bar kriminelle Machenschaften stecken, wie Sportwetten, illegale Spielautomaten oder Geldwäsche von Familienclans. „Jugendliche denken oft, weil es diese Bars gibt, sind sie legal und normal.  Viele verstehen gar nicht, warum es nicht erlaubt ist in einer Shisha Bar Tabak zu rauchen. Dann müssen wir als Polizei viel kommunizieren und Aufklärungsarbeit leisten.“

Durch Shisha Bars bilde sich eine Subkultur, beobachtet die Kriminalbeamtin. Das heißt: Die Shisha-Bar ist oft nur eine Fassade mit legalem Anstrich. Oft seien die wirklichen Betreiber der Bars versteckt im Hintergrund mit ganz anderen Geschäften tätig. „Nicht alles, was in Liedern cool ist, ist auch cool im echten Leben.“

Foto: Gerald Matzka/dpa. Foto: dpa/Gerald Matzka

Die Zuhörer waren vieles von dem offenbar neu. Sie waren sichtlich überrascht. Einige hatten geglaubt, dass Shisha Rauchen nicht so schädlich sei wie Zigaretten rauchen. Ist es aber doch. Auch das mit dem kriminellen Umfeld der Shisha-Bars schien viele nachdenklich zu machen. Trotz verschiedener Verstöße sei es für die Polizei nicht möglich, diese Bars einfach zu schließen, erläuterte die Kriminalbeamtin. Selbst nach mehreren Razzien nicht. Polizei und Ordnungsamt müssten sich auf solche Aktionen aufwendig vorbereiten. Es wird oft viel Vorwissen verlangt. Das müssten sich die Behördenmitarbeiter aber erst einmal aneignen. Lukat will auch Eltern informieren. Sie sollen ihre Kinder nicht einfach in Shisha-Bars ausgehen lassen, sondern  mit ihnen über die Gefahren sprechen.

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