Kolumne "Auf ein Wort" - Umkehren statt Stars verehren

Glaube : Umkehren statt Stars verehren

Zurzeit ist Greta Thunberg und ihre Aktion „#fridaysforfuture“ in aller Munde und immer wieder in den Medien. Auch in unserem Land gehen jeden Freitag tausende Schüler auf die Straße und demonstrieren gegen den Klimawandel und für den Erhalt der Schöpfung.

Nicht wenige Zeitgenossen machen die 16-jährige schwedische Schülerin zum Star, laden sie in Talkshows ein, wollen ihr Preise verleihen. Andere, allen voran der Ministerpräsident und die Schulministerin unseres Landes sowie der Vorsitzende der FDP beklagen die Verletzung der Schulpflicht durch die während der Unterrichtszeit demonstrierenden Schüler und fordern sie auf, erst einmal zu lernen und zu studieren. Später könnten sie als Fachwissenschaftler das Ihre gegen die drohende Klimakatastrophe tun

Es kann nicht richtig sein, Greta Thunberg zum Medienstar zu machen und als neuen Star zu feiern und so ihre Botschaft zu entkräften. Es kann auch nicht richtig sein, den Schülern das Demonstrieren am Freitagvormittag zu verbieten und das Anliegen, dass die jungen Leute vertreten, ins Leere laufen zu lassen. Es geht den Klimaaktivisten um sofortige Maßnahmen gegen den dramatisch sich verschärfenden Klimawandel. Die Botschaft der jungen Menschen lautet: Umkehren!

Am Sonntag ist Palmsonntag. Der Gottesdienst beginnt mit der Feier des Einzugs Jesu in Jerusalem. Mit bunt geschmückten Palmzweigen ziehen die Kinder, mit Palmzweigen die Erwachsenen in die Kirche ein. Begleitet wird diese Prozession mit Hosiannah-Rufen und Königspsalmen, wie damals in Jerusalem.

Jesus und seine Jünger nähern sich der Stadt Jerusalem. Er bittet zwei seiner Jünger, ihm einen jungen Esel zu besorgen. Auf diesem Esel reitet Jesus als der neue Messiaskönig in die heilige Stadt ein. Seine Jünger reißen Palmenzweige von den Bäumen und breiten ihre Obergewänder auf der Straße aus. Alle jubeln ihm zu: „Hosiannah! Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn!“

Die Jünger hätten Jesus gerne zum König gemacht. Wir hätten Jesus vielleicht zum Star gemacht. Seht, der König der Welt! Seht, der Friedensfürst! Seht, der Wunderheiler! Jesus soll’s richten, wir jubeln ihm zu. Darum geht es an Palmsonntag nicht. Denn im späteren Verlauf des Gottesdienstes wird die Passionsgeschichte vorgelesen. Jesus endet am Kreuz. Sein Königtum führt durch den Tod zum Leben. Davon hat Jesus immer wieder gesprochen. Seine Botschaft von der Königsherrschaft Gottes fordert von uns die Nachfolge. „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“

Bei Jesus geht es darum zu handeln, den Nächsten zu lieben, dem Schuldigen zu verzeihen und eine neue Chance zu geben. Es geht um Jesu Botschaft und unsere Umkehr, unseren Neuanfang. Es geht nicht darum, ihn als König zu feiern – und alles bleibt beim Alten. Jesu Botschaft lautet: Umkehren!

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