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Haan: "Knösterstube" verarztet Drahtesel

Haan : "Knösterstube" verarztet Drahtesel

Freiwillige des Reparaturcafés machten Fahrräder vor der Stadtbücherei für den Sommer fit.

Seit zwei Jahren gibt es in Haan die Knösterstube - ein Reparaturcafé, in dem ehrenamtliche Mitarbeiter Geräte mit kleineren Defekten gegen eine freiwillige Spende wieder fit machen. Am Samstag konnten die Haaner den Service speziell für ihre Fahrräder in Anspruch nehmen. Dem schwarzen Hollandrad sieht man sein Alter absolut nicht an. Gut, ein wenig Staub steckt in der Gitterstuktur des Fahrradkörbchens und dieser seltsame Beigeton der Rädermäntel liegt nicht wirklich im Trend. Ansonsten aber ist das Fahrrad optisch absolut in Schuss. "Ich hab es zwanzig Jahre im Keller stehen gehabt", erzählt Birte vom Bruck, "jetzt wollte ich einfach, dass Sie mal schauen , ob es noch verkehrstüchtig ist." Für die Männer der Knösterstube ein Kinderspiel. Ein grober Blick, eine erste Tendenz. " Grundsätzlich top", sagt Knösterfachmann Dieter Meyer, "dann gehen wir mal ins Detail." Gemeinsam mit seinen beiden Mitstreitern Frank Intveen und Hilmar Wilde wird alles gecheckt: Gangschaltung, Reifendruck, Lenkstange, Klingel, Bremsen. Dem scharfen Blick der Fachmänner entgeht nichts. "Hier fehlt ein Reflektor an der Speiche", stellt Dieter Meyer fest und rät, ein Tröpfchen Öl auf die Schaltung zu geben. Besitzerin Brite vom Bruck kontert lachend mit beeindruckendem Fachwissen: "WD 40, eignet sich das?"

Rund zehn Haaner haben das Angebot in Anspruch genommen, vor der Stadtbücherei ihre Fahrräder kostenfrei prüfen oder kleinere Reparaturen ausführen zu lassen. Einer von ihnen freut sich riesig, dass seine alte Hupe nun fast wieder wie die eines Kreuzfahrtdampfers klingt und die alte Klingel, deren Hebel sich verhakt hatte, jetzt doch nicht auf dem Schrott landen muss. "Wir erleben immer wieder, dass die Menschen mit ihren wirklich alten Geräten herkommen, weil sie sich so der zunehmenden Wegwerfgesellschaft widersetzen", erzählt Frank Intveen: "Und sie schauen auch gerne zu, wie etwas repariert wird, manche vielleicht, um das später dann auch selbst zu können." Für nahezu jeden Bereich gibt es unter den Helfern Fachleute. "Wir haben unter uns ehemalige Ingenieure, Techniker, Elektriker. Uns fehlt nur noch jemand, der sich mit Hifi und Fernsehen gut auskennt", weiß Himar Wilde. Übrigens: In der Stadtbücherei man Infos für Fahrradtouren ausleihen.

(dani)