Motivation fürs Klima-Engagement Zwischenstopp der Klimatour in Haan

Haan · Die Initiatoren der Klimawette machten auf ihrer Fahrrad-Deutschland-Tour Montag Halt in Haan. Ihr Ziel ist es, bis zur Weltklimakonferenz Menschen durch kleine Änderungen im Alltagsverhalten zu CO2-Einsparungen zu motivieren.

 Die Haaner Klimaschutz-Managerin Janina Müller begrüßt den Initiator der Klimawette, Michael Bilharz.

Die Haaner Klimaschutz-Managerin Janina Müller begrüßt den Initiator der Klimawette, Michael Bilharz.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Keine wehenden Fahnen und Fanfaren, kein riesiger Staatsempfang. Stattdessen ein freundliches Lächeln zur Begrüßung und ehrliche Freude darüber, dass die Initiatoren der bundesweiten Klimawette, Michael Bilharz (49) und Anna Katharina Meyer (38), jetzt auch Halt in Haan machten, um auf dem Neuen Markt für ihr Anliegen zu werben. Bilharz und Meyer, die schon seit Mai unterwegs sind und mittlerweile rund 4150 Kilometer quer durch Deutschland zurückgelegt haben, wollen bis zur Weltklimakonferenz in Glasgow im November eine Million Menschen dazu bewegen, durch kleine Veränderungen in ihrem Alltag je eine Tonne Kohlenstoffdioxid einzusparen. Dabei hilft auch die Stadt Haan tatkräftig mit.

Denn um den Wettkampfgeist der Bürger zu wecken und mehr Menschen zum Mitmachen zu motivieren, sind die Stadtverwaltung in Person von Bürgermeisterin Bettina Warnecke und ihrer Klimamanagerin Janine Müller sowie ihre vier weiteren Wettpaten, die Fridays for Future Ortsgruppe Haan, die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (AGNU), die Stadt-Sparkasse und die Haaner Felsenquelle eine Wette eingegangen: Sie wetten, dass mindestens 1,5 Prozent der Haaner, analog zum Klimaziel von 1,5 Grad, mitmachen werden. Umgerechnet müssten bis November 456 Haaner an der Aktion teilnehmen und beispielsweise durch kürzere Duschphasen, vegetarische oder vegane Ernährung, Umstieg auf Ökostrom, Umstellung auf LED-Lampen oder durch Verzicht aufs Auto zusammen 456 Tonnen CO2 einsparen.

Machbar finden das nicht nur Warnecke und Müller, die bei Erfolg der Wette zehn Klima-Überraschungspakete unter den Teilnehmern verlosen wollen. Auch die Haaner Felsenquelle will zehn Obstbäume verlosen und zehn weitere auf dem Firmengelände pflanzen, während die Stadt-Sparkasse lokale Klimaschutzmaßnahmen mit 5000 Euro fördern will. Verlieren die Paten die Wette, dann wird die Haaner Felsenquelle ihre Solaranlage um weitere 100 Kilowatt erweitern. Die Belegschaft der Stadt-Sparkasse legt dann selbst Hand an und unterstützt die AGNU mit mindestens 50 ehrenamtlichen Stunden bei ihren Pflegeeinsätzen in der Grube 7. Die AGNU selbst will bei Erfolg im Hildener Moor an zwei Samstagen für die Vernässung sorgen und Aufwuchs entfernen. Wird die Wette verloren, wiederholen sie die Aktion im Frühjahr 2022.

Mit-Initiatorin Anna Katharina Meyer, gebürtige Gruitenerin ist zuversichtlich, dass ihre Heimatstadt das Ziel als eine der wenigen Städte tatsächlich schaffen kann. Denn seit Beginn der Klimawette haben bereits 68 Haaner über 95 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart. „Jetzt gilt es wie beim Fußball in der zweiten Halbzeit noch mal alles aus sich herauszuholen und noch eine Schippe draufzulegen, um die Partie zu gewinnen“, äußerte etwa Michael Bilharz bei seiner Ansprache auf dem Neuen Markt.

Im Rahmen der CO2-Städteliga, in der sich die 500 teilnehmenden Städte untereinander messen können, weilt die Gartenstadt aktuell unter den Top-10 auf Platz acht. Aber auch da geht sicherlich noch mehr fürs Klima.

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