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Haan: Kleiderkammer startet mit Schlussverkauf

Haan : Kleiderkammer startet mit Schlussverkauf

Der erste Probebetrieb gestern war ein großer Erfolg. Es gab viel Lob für das ehrenamtliche Helferteam.

Der erste Kleiderkammer-Probebetrieb am Dienstagvormittag im "Blauen Haus" an der Martin Luther Straße war ein echter Erfolg. Angela Brüntrup, die Initiatorin der Haaner Kleiderkammer, hatte alle Hände voll zu tun, um die vielen Kunden zu begrüßen und ihre Legitimationen zu sichten. Fröhlich ging es zu im Erdgeschoss des alten evangelischen Gemeindehauses, ehemals Teil des dahinter liegenden evangelischen Kindergartens. Renoviert worden waren die Räume vom Eigentümer, der evangelischen Kirchengemeinde, nachdem das Presbyterium Anfang des Jahres grünes Licht für die Nutzung der Räume durch die Kleiderkammer gegeben hatte.

"Sehr stark hat sich Christian Dörr für die Kleiderkammer eingesetzt", sagte Hubert Gering vom SKFM Haan über die Unterstützung des zuständigen Haaner Pfarrers. Träger der Kleiderkammer ist der SKFM und somit zuständig für Kontakte zum Finanzamt, zu Versicherungen und dergleichen, sagt Gering. Miete zahlt die Kleiderkammer nicht, die Nebenkosten müssen aufgebracht werden. Voll des Lobes ist er für die Helfer-Truppe, die "sehr selbständig arbeitet". Große Erleichterung hatte die Presbyteriums-Entscheidung zur Nutzung der Kirchen-Räume bei den ehrenamtlich tätigen Helfern ausgelöst, die bis dahin die Lagerräume eines Haaner Unternehmens in der Innenstadt nutzen durften. Das war ein Provisorium. Die von Haaner Bürgern in großen Mengen gespendeten Textilien wurden dort lediglich in Empfang genommen, gesichtet und sortiert. Nun hat diese Interimslösung ein Ende. Und die Frauen um Angela Brüntrup sind froh, dass die warme Winterkleidung jetzt endlich auch an den Mann, die Frau und die Kinder gehen. Dass der Bedarf riesengroß ist, zeigte sich schon in den ersten Stunden des Probebetriebs.

Winterschlussverkauf-Angebote: Jedes Teil 20 Cent, Mäntel, Jacken, Schuhe 1 Euro. Die Eltern Latifi sind mit ihren Kindern Bekre (10) und Agnesa (7) gekommen, um sich einzukleiden. Seit einem Monat sind die Kosowo-Albaner in Haan. Am Dienstagnachmittag begann der Deutsch-Unterricht. "Besuchen Sie uns mal", sagen die freundlichen Menschen. Und nennen gleich ihre Adresse. Ganz genau wissen die vielen Kinder an diesem Vormittag im Blauen Haus, was modisch angesagt und chic ist - wie alle Kinder. Vorbildlich sortiert hatten die mehr als 30 Helfer der Kleiderkammer die Waren nach Größe und Geschlecht. Remy Raateland, der einzige männliche "Verkäufer" des ersten Vormittags, hatte sich spontan gemeldet, um zu helfen. Der junge Mann war Ansprechpartner für viele gleichaltrige Kunden. Manche Einkaufstüten waren am Ende voll bepackt.

Was fehlt? Es stellt sich heraus, dass ein Besucher nach Hause gehen musste, weil XL und XXL sowie Schuhe Größe 45/46 nicht vorhanden waren. Und Kleidergrößen von 164 bis 176 sind Mangelware, sagt Sabine Breuer vom Helferteam.

(RP)