Jubiläum für die Stadtplanung in Haan

Geschichte: Jubiläum für die Stadtplanung

Vor genau 25 Jahren, am 15. März 1994, beschloss der Stadtrat den ersten gemeinsamen Flächennutzungsplan für Haan und Gruiten.

 Haan und Gruiten waren im 20. Jahr zusammen die Stadt Haan, da erhielt die Stadtplanung mit dem ersten gemeinsamen Flächennutzungsplan (FNP) eine neue Basis. Nicht ganz freiwillig hatte die Stadt Haan 1993/94 das Planwerk erarbeitet. Denn die Bezirksregierung hatte angedroht, keinen weiteren Bebauungsplan mehr genehmigen zu wollen, wenn es keine Grundlage gebe.

Wer durch die alten Unterlagen blättert, erkennt, dass das Stadtgebiet damals in weiten Teilen anders aussah. Der neue FNP legte erst die Basis für das Baugebiet Düsselberg II und den Bereich Hasenhaus. Der damalige SPD-Fraktionschef Wilfried Pohler krisierte beide Gebiete: Sie seien keine Arrondierung für Gruiten, sondern ein Verbrauch freier Flächen. GAL-Ratsherr Michael Commeßmann hielt Düsselberg II gar für „nicht tragbar“.

Es gab noch kein Gewerbegebiet Höfgen, keine Kreisstraße 20n. Wo heute ein Rewe-Markt und Sozialwohnungen in Unterhaan stehen bzw. der Lidl-Markt und das Gebiet Moorbirkenweg, standen früher Gesenkschmieden und gab es Ackerflächen. Für Flächen südlich der Millrather Straße existierten nur kühne Ideen. Im FNP von 1994 war noch keine Spur vom heutigen Technologiepark. Und auch der beliebte Golfplatz oberhalb des Düsseltals bestand nicht einmal auf dem Papier.

Ein Flächennutzungsplan sei ein „langfristiges Instrument“ der Stadtplanung und angelegt auf 25 bis 30 Jahre, sagt Peter Sangermann, heute Leiter des Planungs- und Bauaufsichtsamtes. Der am 15. März 1994 vom Rat beschlossene und am 8. Juni 1994 von der Bezirksregierung genehmigte FDP ist inzwischen 34mal geändert worden. Der Technologiepark war dabei der größte Wandel. Jetzt steht die Veränderung vom Bürgerhaus-Areal als Fläche für den Gemeinbedarf zum Wohnbauland an.

Trotz all dieser Änderungen sieht Sangermann aber „kein Potenzial für eine Neuaufstellung“. Denn das Siedlungsgefüge habe sich nicht groß verändert. Freiräume seien klar definiert. Bebauungspläne lassen sich nur aus dem Flächennutzungsplan heraus entwickeln. Da steckte aus heutiger Sicht sogar Überraschungs-Potential drin. Denn Flächen westlich der Sinterstraße sind dort seit 25 Jahren als Wohnbauland vorgemerkt.

Die Bewertung von Planung klafft zuweilen weit auseinander. So auch 1994. Peter Billstein (CDU) sagte, der FNP lege die „richtigige Zielrichtung für die Stadt fest“. Michael Commeßmann (GAL) fand hingegen, es würden „Fehler der Vergangenheit wiederholt“.