Haan: Jäger beunruhigt über neuen Fall von Wilderei im Düsseltal

Haan : Jäger beunruhigt über neuen Fall von Wilderei im Düsseltal

Im Wäldchen zwischen Hermgesberg, Schöller und der B7 entdeckten Kinder eine tote Ricke, die nach einem Treffer durch ein Kleinkaliber-Geschoss qualvoll verendete.

Ein neuer Fall von Wilderei beunruhigt die örtlichen Jäger. Im kleinen Wäldchen zwischen Hermgesberg, Düssel, der Reviergrenze zu Schöller und der B7/Gut Drinhausen fanden Kinder beim Spielen eine tote Ricke. Die Eltern benachrichtigten die zuständigen Jäger. Auf der rechten Körperseite des Kadavers entdeckten Karl-August und Peter Niepenberg einen kleinen Einschuss. Einen Ausschuss gab es nicht. „Das Tier muss qualvoll verendet sein. Wir müssen aufpassen!“, steht für die Jäger fest. Die Ricke war im übrigen tragend, hätte im Mai zwei Kitze gesetzt (in 90 Prozent aller Reh-Schwangerschaften werden Zwillinge geboren).

„Wir im Gruitener Jagdbezirk und auch die Nachbarreviere sind sehr besorgt“, sagte Dr. Karl-August Niepenberg gegenüber unserer Zeitung. Denn die Waidmänner auch im Umkreis beobachten deutlich weniger Rehwild in ihren Revieren als in den Vorjahren. „Dabei haben wir den regulären, vorgegebenen Abschuss im vergangenen Jahr schon um 40 Prozent reduziert.“ Im Bereich Gruiten schätzt Niepenberg den Bestand auf 50 bis 60 Stück. Die Jäger schießen nur noch alte und kranke Rehe.

Kleinkaliberschüsse auf Wild sind wegen der schwachen Durchschlagskraft der Geschosse fast nie tödlich und lassen die Tiere meist erst nach mehreren Tagen verenden, oftmals irgendwo in einem Dickicht, wo man sie selten findet. Niepenberg schätzt, dass das jetzt gefundene Reh drei bis vier Tage im Wald gelegen hat. „Der Schuss hat im Bereich der Gedärme getroffen. Es dürfte drei bis vier Tage gedauert haben, bis die Ricke verendet ist“, schätzt Karl-August Niepenberg. Weil die inneren Verletzungen nicht nach außen bluten, können die verletzten Tiere auch nur schwer mit Jagdhunden aufgespürt werden.

Vor wenigen Wochen fanden im Bereich Grube 7 Spaziergänger Rehläufe (Beine). „Da wissen wir nicht, wie das Tier zu Tode gekommen ist“, erklärt Niepenberg. Anzeige gegen Unbekannt haben die Niepenbergs nicht erstattet. „Wir wollen die Justiz nicht noch zusätzlich belasten.“ Die Jäger hoffen auf Hinweise auf die unbekannten Schützen. Bürger werden gebeten, auch zu melden, wenn irgendwo Fahrzeuge gesichtet werden, die mit Scheinwerfern die Felder ableuchten. Hinweise nimmt Karl-August Niepenberg unter Tel. 0172 4006660 entgegen.

Vor fast zwei Jahren hatte es mehrere Fälle von Wilderei gegeben. Im Hildener Stadtwald waren mehre Rehböcke verendet aufgefunden worden, aber auch in Gruiten entdeckte Karl-August Niepenberg einige Tiere. Weitere waren bei Mäharbeiten im Naturschutzgebiet Grube 10 entdeckt worden.