Internationaler Austausch am Gymnasium Haan - Europaschule

Haan: Schüler aus sechs Ländern treffen sich in Haan

Ein regelrechtes Sprachengewirr ist zum Teil in den Neuner-Klassen des Gymnasiums Haan zu hören. Gerade sind Austauschschüler aus Rumänien, Italien, Lettland und den Niederlanden zu Gast. Die Sechser-Jahrgänge haben Besuch aus der französischen Partnerstadt Eu.

Seit fünf Jahren ist das Haaner Gymnasium eine Europaschule; das Verfahren der Rezertifizierung steht kurz vor seinem Abschluss. Diese Internationalität kommt derzeit besonders zum Tragen. Denn es ist Zeit des Schüleraustausches. Zu Gast an der Adlerstraße sind in der Jahrgangsstufe neun Schüler vom Staatsgymnasium Valmiera (Lettland), vom Visser’t Hooft Lyceum in Leiden (Niederlande), aus dem Ipcl Ninni Cassara Palermo (Italien) und vom Coegiul Nacional Lucian Blaga aus Sebes (Rumänien). Die Sechstklässler haben am Montag Besuch aus der französischen Partnerstadt Eu erhalten. Jeder Haaner Gymnasiast aus der Klasse 9 hat derzeit einen Gastschüler. Die gemeinsamen Unterrichtsstunden verlaufen da oftmals anders. „Ich hatte heute Morgen 40 Schüler in der Latein-Stunde sitzen. Sonst sind es 22“, sagt Cornelius Tonn, der am Haaner Gymnasium sehr engagiert die europäische Ausrichtung der Schule begleitet. Da kam schnell die Frage auf, wie Latein-Stunden in anderen Ländern verlaufen. Die Verständigung lief dabei vielfach auf Englisch.

Die offizielle Begrüßung der Gäste im Selbstlernzentrum endete mit ein wenig Getöse: Denn zum Gruppenfoto stellte sich eine ganze Reihe Jugendlicher auf Tische. Einer hielt der Belastung nicht stand. Außer der Tischplatte kam indes niemand zu Schaden. Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Mentrop freute sich darüber, dass am Gymnasium „viel europäisch gedacht wird, viele Aktionen laufen, Schüler in andere Städte und Länder fahren, Schüler von dort Haan besuchen und wir uns alle besser kennenlernen!“

Schulleiterin Friederike von Wiser lobte die Lehrer, die in ihren Schulen gemeinsam an diesem Austausch gearbeitet hatten. „Sechs Schulen für einen Austausch in einer Woche zu koordinieren, ist eine Meisterleistung und fast unmöglich!“ Mentrop zollte dafür „höchste Anerkennung“. Er nannte das Haaner Gymnasium ein „Vorzeigeobjekt in dieser Stadt“.

  • Haan : Austausch: Stadt sucht Gastfamilien

Im Schulraum zierten die Europafahne und die Flaggen aller Länder aus der Austauschwoche die Wände. Von Wiser nannte den Gastschülern den Grund, weshalb die deutschen Schüler nicht an der Begrüßung teilnehmen konnten: Es gebe derzeit ja keine Aula sagte sie mit Hinweis auf den Neubau – dessen Wachsen konnte jeder mit einem Blick aus dem Fenster erkennen. Erst 2020 wird es wieder eine Aula geben.

Die Besucher absolvierten verschiedene Ausflüge – nach Köln und Düsseldorf. Aber auch mit den Gastfamilien waren die Jugendlichen unterwegs.

Auch mit Schulen in Ungarn und Kroatien pflegt das Haaner Gymnasium freundschaftliche Kontakte. Die Austauschprogramme finden indes nur alle zwei Jahre statt. In der seit rund 20 Jahren bestehenden Partnerschaft mit dem Senegal ist derzeit etwas Ruhe eingekehrt. Das liegt an den seit Jahren bestehenden Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes, sagte Cornelius Tonn gegenüber der RP. Der Kontakt bestehe aber weiterhin.

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