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Ingeborg Gößwein: „Ich wollte einfach etwas Gutes tun“

Haan : „Ich wollte einfach etwas Gutes tun“

Zuerst das Bundesverdienstkreuz und nun der eigene Sitzplatz mit Namensplakette im Park Ville d’Eu: Die engagierte Haanerin Ingeborg Gößwein (93) hat bei der Umgestaltung des Parks eine Bank beigesteuert, die nun ihren Namen trägt und den ihres langjährigen und kürzlich aus dem Leben geschiedenen Hundes Happy.

Entspannt sitzt Ingeborg Gößwein am Donnerstagmittag auf der neuen Bank im umgestalteten Park Ville d’Eu, einer ihrer Lieblingsorte, wo sie gerne spazieren geht. Sie lächelt, während sie ihren Blick auf die genau gegenüberliegende Kirche St. Chrysanthus und Daria richtet – ein weiterer Lieblingsort der 93-Jährigen. Denn in dieser Gemeinde ist sie daheim und seit vielen Jahren aktiv.

Dass genau an dieser Stelle im Park die von ihr gespendete Parkbank steht, ist also kein Zufall. Es ist Gößweins neuer Lieblingsplatz, den sei auch allen übrigen Besuchern zur Verfügung stellt.

„Ich wollte einfach etwas Gutes tun“, erklärt die Seniorin ihre Motivation, eine der rund 18 neuen und je 1200 Euro teuren Bänke im Park Ville d‘Eu zu spendieren, so als hätte sie sonst nie etwas Ähnliches für die Allgemeinheit getan.

Vor sieben Jahre wurde ihr für ihr großes soziales Engagement das Bundesverdienstkreuz im Haaner Rathaus verliehen. Doch die ehemalige Lehrerin des Helmholtz-Gymnasiums in Hilden ist in der Gartenstadt nicht nur für ihr unermüdliches Engagement bekannt (siehe Info), sondern auch durch ihren tierischen Weggefährten „Happy“, der kürzlich von ihr ging.

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Der kleine, graue Zwergschnauzer musste aus gesundheitlichen Gründen eingeschläfert werden. Ein schwerer Verlust für die sonst so umtriebige Seniorin. „Es ist das erste Mal, dass ich ohne ihn hier bin“, sagt sie traurig.

Doch Gößwein hat mit der Spende der Parkbank am Ende auch dafür gesorgt, dass ihr vierbeiniges „Glück“ im städtischen Park Ville d‘Eu verewigt ist. Auf einer kleinen Plakette an der Rückenlehne ihres Lieblingsplatzes ist nämlich ihr eigener Name und der ihres Hundes eingraviert.

Sie seufzt und gleich sprudeln zahlreiche Anekdoten aus Gößwein heraus. Denn Happy schmuste sich nicht nur in die Herzen aller, sondern war auch „der frömmste Hund auf der ganzen Welt“, versichert die 93-Jährige zufrieden. Denn obwohl ihr kleines Glück wahrlich verfressen war, verweigerte der Hund bei einer Gelegenheit in der Kirche an der geweihten Hostie zu knabbern. Zu Hause aber fraß er eine ganze Packung Backoblaten weg, erinnert sich Gößwein und schmunzelt. „Dass ihm grundsätzlich Oblaten nicht schmeckten, ist also ausgeschlossen. Er schien bei der Hostie etwas gespürt zu haben.“

Gößwein selbst spürt heute nur noch Dankbarkeit für ein langes und erfülltes Leben. Sie habe keine Angehörigen mehr. Sie war nie verheiratet, weil sie ihrer Berufung als Lehrerin einer Hochzeit vorzog. Ihre Eltern und ihre jüngere Schwester sind längst tot.

Nun ist auch ihr Vierbeiner Happy weg. „Ohne Happy werde ich nicht mehr happy“, sagt sie leise, rappelt sich dann aber wieder auf.

Denn was ihr doch noch bleibt, erinnert sie sich prompt, sei ihre „heilige Familie“ bestehend aus Freunden ihrer Gemeinde, und nun auch ein wunderschöner Platz mit ihrem und Happys Namen.