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Impfmobil: Hunderte strömen auf Haaner Lidl-Parkplatz

Seit 11 Uhr in Haan : Impfmobil: Hunderte strömen auf Lidl-Parkplatz

Die mobile Impfaktion des Kreises Mettmann in Haan hat für einen riesigen Andrang gesorgt. Zwei Drittel der Impfwilligen sind zum Boostern gekommen. Bis zu 500 werden bis zum Ende der Aktion gegen 19 Uhr erwartet

Gisela Schulten ist 80 Jahre alt und spürt die Kälte an diesem Morgen in allen Gliedern. Doch das hat die Seniorin nicht davon abgehalten, sich bereits kurz nach 9.30 Uhr in die Schlange auf dem Parkplatz des Lidl-Supermarktes an der Landstraße zu stellen. Dort macht das Impfmobil des Kreises Mettmann einen ganzen Tag lang Station. Jeder, der will, kann sich zwischen 11 und 19 Uhr ohne Termin impfen lassen – vorausgesetzt, er bringt Geduld mit.

Die beweist Gisela Schulten, so wie hunderte andere an diesem Morgen. Die 80-Jährige möchte sich „boostern“ lassen, also ihren Schutz mit einer dritten Impfung auffrischen, und das aus gutem Grund, wie sie berichtet: „Mein Mann hat Alzheimer und lebt im Seniorenheim. Ich möchte ihn und die Mitarbeiter dort schützen – und mich natürlich auch.“ Keine Sekunde habe sie daher gezögert, als sie in der Zeitung von der Impf-Aktion gelesen habe.

Gisela Schulten ist nicht die einzige Booster-Kandidatin. Im Schnitt zwei Drittel der Impfwilligen stehen bei Aktionen wie der in Haan momentan wegen ihrer Auffrischungs-Impfung an, weiß Uwe Stolz vom Deutschen Roten Kreuz. Das letzte Drittel verteile sich auf Erst- und Zweitimpfungen. Stolz sorgt für möglichst reibungslosen Ablauf des Impfmobils – was bedeutet, dass er die Warteschlange, die wie ein  naturbelassener Bach kreuz und quer über den Parkplatz mäandert, immer wieder umleiten muss: „Der Herr mit den Nordic-Walking-Stöcken biegt jetzt mal nach rechts ab und die anderen folgen ihm bitte“, entzerrt er die Menschenansammlung. Innerhalb weniger Minuten hat er den Andrang so kanalisiert, dass auch Autos den Parkplatz wieder anfahren können. Schließlich habe Lidl Interesse daran, dass auch noch Kunden zum Einkaufen kommen könnten.

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Bisher wurden dem DRK zufolge bei den mobilen Impfungen meist zwischen 100 und 150 Interessenten verzeichnet. Momentan, sagt Stolz, seien es bis zu 500. Für die Aktion in Haan wurde daher noch ein zweiter Arzt aufgeboten – auch das keine Seltenheit, wie Daniela Hitzemann bestätigt.: „Es ist schon vorgekommen, dass wir einige Leute abends wieder unverrichteter Dinge nach Hause schicken mussten“, sagt die Pressesprecherin des Kreises Mettmann. So etwas solle tunlichst vermieden werden, daher werde die Besetzung dem Bedarf immer wieder angepasst: „Wir weisen aber auch darauf hin, dass jeder nach wie vor bei seinem Hausarzt geimpft werden kann.“ Und dann sollen in Kürze auch in Hilden (Klinik im Park) und Haan (Landesfinanzschule) ja noch neue dezentrale Impf-Stellen starten, kündigt Hitzemann an.

So lange will Hayriye Demir nicht warten. Die 31-Jährige hat sich zur Erstimpfung von ihrer bereits geboosterten Freundin überzeugen lassen. Die ist gleich mitgekommen, um ihr die Nervosität zu nehmen: „Sich impfen zu lassen, ist so wichtig“, betont die Freundin. Einige Minuten lang bilden die beiden das Ende der Warteschlange – dann haben sich schon wieder zehn Personen angestellt. Hayriye Demir weiß, dass sie jetzt viel Geduld braucht, aber sie will durchhalten, bis sie an der Reihe ist, sagt sie.

Da ist Gisela Schulten – mit einem frischen Pieks im Oberarm – schon längst wieder auf dem Weg nach Hause.