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Illegales Autorennen: Autofahrer aus Hilden und Haan freigesprochen

Junge Autofahrer aus Hilden und Haan vor Gericht : Vom Vorwurf des illegalen Autorennens freigesprochen

Wegen eines vermeintlichen Autorennens am Monheimer Rheinufer standen eine Hildenerin und ein Haaner jetzt vor Gericht. Die beiden jungen Autofahrer wurden aber freigesprochen.

Eine angehende Bankkauffrau aus Hilden und ein Bekannter aus Haan sollen sich im vergangenen August am Monheimer Rheinufer ein illegales Autorennen geliefert haben. Sie in einem geliehenen Audi S3, er im alten Polo seiner Schwester. Die Staatsanwaltschaft warf beiden vor, rasante Überholmanöver gestartet zu haben. Dazu sollen sie in den Kurven „gedriftet“ seindas Auto „quergestellt“ haben. Der angeklagte Haaner soll auch noch inmitten gefährlicher Fahrmanöver eine rote Ampel ignoriert haben, um als Sieger „von der Piste“ zu gehen.

Vor dem Langenfelder Amtsgericht sah man zwei Angeklagte, die vehement bestritten, dass ihre nächtliche Fahrt ein illegales Autorennen gewesen sei. Beide hatten zu nächtlicher Stunde am „Monberg“ gechillt, als sich die 19-Jährige bereit erklärt habe, zur Tankstelle zu fahren, weil die Getränke zur Neige gegangen seien. Zur gleichen Zeit hatte sich der Bekannte aus Haan in den Wagen seiner Schwester gesetzt, um mit Freunden zum Burger King zu fahren. Zwei Autos, zwei völlig andere Ziele: So sei man die ganze Zeit über unterwegs gewesen. Ja, er habe den Audi einmal vorschriftswidrig überholt in einem Bereich, in dem man das nicht habe tun dürfen. Die Leitpfosten in der Straßenmitte hätten ihn dazu gezwungen, auf der Gegenfahrbahn zu bleiben. Ihm sei jedoch niemand entgegen gekommen, kurz darauf sei er vor dem Audi mit der Hildenerin am Steuer eingeschert.

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All das soll dazu noch in rasantem Tempo vonstatten gegangen sein. In einer Tempo-30-Zone soll man 50 gefahren sein und dort, wo man hätte mit 50 km/h unterwegs sein können, sollen es geschätzte 100 Kilometer gewesen sein. Mit quietschenden Reifen gedriftet und das Auto auch noch quergestellt? Davon wollte die angehende Bankkauffrau nichts wissen. Der Audi S3 habe Allradantrieb und damit könne man nicht driften. Zu derartigen Manövern sei sie fahrtechnisch auch gar nicht in der Lage. Auch der Haaner wies diesen Vorwurf weit von sich. Der in die Jahre gekommene Polo der Schwester habe Frontantrieb - um driften zu können, brauche man seines Wissens nach aber einen Heckantrieb. Auch der Vorwurf, dass er über eine rote Ampel gefahren sei, stimme absolut nicht. Er sei bei grün abgebogen und weil er sich nicht ausgekannt habe in Monheim, habe er versehentlich die Einfahrt zum Burger King verfehlt. Um dorthin zu gelangen, habe er auf der Straße gedreht. Dies wiederum sei ihm von der Polizei so ausgelegt worden, dass er die zuvor nach links abgebogene „Kontrahentin“ habe verfolgen und erneut überholen wollen. Die hatte in dieser Nacht - mittlerweile an der Tankstelle angekommen - erstaunt den Streifenbeamten gegenübergestanden. Während ihre Beifahrerin zum Getränkekauf ausgestiegen sei, hätten die Beamten erst eine Verkehrskontrolle angekündigt, um ihr dann besagte Beteiligung am illegalen Autorennen vorzuwerfen. Sie sei aus allen Wolken gefallen - ihr würde so etwas überhaupt nicht in den Sinn kommen, als Fahranfängerin in der Probezeit und dazu noch mit einem geliehenen Auto. Das Gericht hatte etliche Zeugen geladen – sowohl Polizeibeamte, als auch Freunde der Angeklagten: Am Ende wurden beide freigesprochen.