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Haan: Hier machen Haans Fraktionschefs Urlaub

Haan : Hier machen Haans Fraktionschefs Urlaub

Trubel auf Teneriffa oder Ruhe in Schweden - die Reiseziele der Politiker sind so vielfältig wie ihre Programme.

Die Ferien haben begonnen, die Urlaubszeit damit auch. Der Haaner Rat und seine Gremien haben Pause und werden erst wieder ab Ende August tagen. Eine willkommene Gelegenheit auch für viele Haaner Politiker, jetzt ihren Jahresurlaub zu nehmen. Doch wohin zieht es sie?

Von Teneriffa schwärmt UWG-Ratsmitglied Robert Abel. Er war schon sieben Mal auf den Kanaren und ist begeistert von der Gastfreundschaft dort. Foto: dpa (Archiv)

"Dorthin wo Sonne ist, von der Mosel bis zum Mittelmeer", sagt Michael Ruppert, Fraktionschef der FDP. Konkrete Pläne für dieses Jahr hat er indes noch nicht. "Vielleicht fahren wir ja noch einmal vor Ende der Sommerferien weg." Seine Reiselust konnte Ruppert bereits vor wenigen Wochen stillen - gemeinsam mit Ehefrau Abida fuhr er nach Sarajevo, wo die Künstlerin eine Ausstellung ihrer eigenen Werke präsentierte. Das Thema ist historisch und zugleich aktuell: Es ging um das Attentat auf den österreichischen Thronfolger im Jahre 1914, das den Ersten Weltkrieg (mit) auslöste. Sarajevo sei durchaus eine Reise wert, sagt Ruppert. Man sehe zwar noch teilweise die Spuren des Bosnienkrieges, aber "es gibt eine wunderbare Altstadt und man sieht Touristen aus aller Welt. Die Stadt entwickelt sich".

Sportlich hält es Petra Lerch- Schüller, Fraktionsvorsitzende der Grün Alternativen Liste (GAL): "Wir fahren schon mal im September oder November eine Woche lang weg." Dann gehe es in der Regel auf Fahrradtour entlang der Elbe oder Weser. Immer mit dabei: Ehemann Peter Schüller und Tibet-Terrier-Dame "Pipa". Ohne sie gehe es nicht, sie sei schließlich "ein Familienmitglied". Die vier Jahre alte Hündin sei für solche Touren ausreichend fit. "Auf Waldwegen läuft sie nebenher. Ansonsten sitzt sie bei mir auf dem Fahrrad hinten in ihrem Korb", berichtet Lerch-Schüller. Im Sommer bleibt die GAL-Fraktionsvorsitzende übrigens am liebsten zu Hause und genießt den Haaner Sommer. "Dann finde ich Haan ausgesprochen schön."

Fahrradtouren macht auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Lemke gerne. Bevorzugt reist er nach Norddeich, wo er die gute Luft der Nordsee schätzt. "Da kann man gut abschalten", betont er. Im August soll es noch einmal für eine Woche "in die Sonne" gehen. Das genaue Ziel weiß Lemke allerdings noch nicht.

Abschalten, die Akkus aufladen, "weg von Politik und Beruf", das ist auch das Bedürfnis von Meike Lukat, Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan (WLH). Sie fährt in diesem Jahr mit ihren drei Töchtern - drei, zwölf und 20 Jahre alt - zum Zelten an die Küste von Calabrien, zwischen dem Baskenland und Anturien. Das Reiseziel ist mit Bedacht gewählt, "ich suche mir immer Küstenstriche aus, wo ich noch nie gewesen bin", sagt Lukat. Sie will auf möglichst ursprüngliche Art Land und Leute kennenlernen. "Ich bin kein Typ für den Strandurlaub", sagt sie.

Das ist Jörg Dürr, stellvertretender Fraktionschef der SPD, auch nicht. Gerne reist er mit Ehefrau Annika nach Schweden. Dort hat er 1979 und 1980 zwei Semester lang Politikwissenschaften studiert. Seine Frau, von Beruf Erzieherin, hat dort gearbeitet. Beide beherrschen also die schwedische Sprache. Häufig sind sie in Stockholm, besuchen aber auch Freunde abseits der großen Städte. Dann wohnen sie entweder dort oder mieten sich ein Häuschen oder übernachten in einer Jugendherberge. "Alle Jugendherbergen in Schweden kann man nur wärmstens empfehlen", sagt Dürr. Und was fasziniert ihn an Schweden? "Die Menschen, die Ruhe und die schöne Landschaft", antwortet der Sozialdemokrat.

Stammgast ist auch Robert Abel, einziges Ratsmitgliedder Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), in seinem Urlaubsrevier. Schon rund sieben Mal hat er die Kanaren besucht. Ende Mai war er auf Teneriffa. "Die Kanaren sind in dieser Jahreszeit noch nicht so heiß", berichtet er und schwärmt von einem Sommerfest, das er und seine Lebensgefährtin anlässlich des Nationalfeiertags dort besuchten. Die Einheimischen hätten die Haaner Touristen sofort freundlich aufgenommen, "das war ganz toll", sagt Abel. Sein Tipp: "Unbedingt einmal Santa Cruz de Tenerife besuchen", rät er. "Das ist eine wunderschöne Stadt, da gibt's eine Menge zu sehen."

(RP)