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Haaner Solarpionier stand vor einer schweren Entscheidung

Haan : Solarpionier stand vor einer schweren Entscheidung

Die Photovoltaik-Anlage auf dem Einfamilienhaus an der Straße Am Bandenfeld 28 war im Mai 2001 die siebte in der Stadt Haan. 1,9 Kilowatt peak hatte Frank Wolfermann damals an Solarleistung installiert.

Schon im Frühjahr 1990 schraubte der überzeugte Umweltschützer eine Kollektor-Konstruktion auf das Dach. Seither heizt diese 9,4 Quadratmeter große Fläche Wasser auf, das zur Heizungsunterstützung und Brauchwasser-Erwärmung eingesetzt wird. Die eigene Erfahrung mit dem unerschöpflichen Energieangebot der Sonne beflügelten Wolfermann damals, zu seinem Engagement für die Bürgerenergie-Projekte.

Die 20-Jahres-Frist, in der für jede Kilowattstunde Strom 48 Cent Einspeisevergütung kassiert werden konnte, ist in Kürze vorbei. Die Anlage ist abgeschrieben. Und was passiert jetzt mit ihr? „Es sah im letzten Jahr so aus, dass wir sie stilllegen und abbauen müssten.“ Nicht technische Gründe gab es für die schwere Entscheidung, sondern es war die Verpflichtung, sechs Cent Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für selbstgenutzten Strom abführen zu müssen. „Unter dem Strich wäre die Selbstnutzung des Stroms teurer gewesen, als der Bezug“, hatte Frank Wolfermann errechnet.

Neuere Bestimmungen ermöglichen es der Familie Wolfermann jetzt aber, die Anlage so lange weiterzunutzen wie es geht. Weil aber kein teurer Batteriespeicher nachgerüstet werden soll, gilt es, Stromverbräuche möglichst in die Zeiten zu verlegen, in denen fast kostenloser Strom vom Dach zur Verfügung steht. „Also wird die Waschmaschine nur tagsüber laufen!“