Haaner Pfarre will Flüchtlinge mit Musik integrieren

Zur Premiere kamen nur wenige Geflüchtete: Haaner Pfarre will Flüchtlinge mit Musik integrieren

Die katholische Kirchengemeinde St. Chrysanthus und Daria und die Musikschule haben eine Musikwerkstatt für alte und neue Nachbarn ins Leben gerufen.

Zehn Workshop-Teilnehmer sitzen zusammen in einem Stuhlkreis und erzeugen rhythmische Töne über die „Body Percussion“, also mit ihrem Körper. Dann beginnen sie zu singen: „Hallo du, herzlich willkommen.“ Alexandra Donner begleitet dazu auf dem Klavier. Der Chor-Workshop von Rhythmikerin Meike Harborth und Kinderchorleiterin Alexandra Donner war einer von vier musikalischen Workshops am Samstag im Dieker Carré auf der Diekerstraße. Angeboten wurde Singen, Musik mit Kindern, Trommeln und Folkloretanz.

Die katholische Kirchengemeinde Chrysanthus und Daria hat gemeinsam mit der Musikschule Haan zum ersten Mal zur Musikwerkstatt eingeladen. Sie verbindet alte und neue Haaner über die Musik: „Die Menschen leben aneinander vorbei. Es fehlen Zeiten, in denen man zusammenkommt und miteinander redet. Musik verbindet und wir möchten über die Pausen in den Workshops Gelegenheiten schaffen, in denen die Menschen miteinander reden, die sich nicht kennen“, erklärt Tom Hegermann. Der bekannte WDR-2-Hörfunkmoderator ist Haaner und Mitglied der Pfarre Chrysanthus und Daria. Die Idee zu der Veranstaltung ist in der Kirchengemeinde entstanden: „Wir engagieren uns für die Flüchtlingshilfe und haben drei Sonntage zusammengesessen. Dabei heruasgekommen ist die Musikwerkstatt“, erzählt Hegermann. Auch die Musikschule war von der Idee sofort überzeugt: „Der Leiter der Musikschule, Thomas Krautwig hat keine sieben Sekunden überlegt und uns sofort Räume, Instrumente und Lehrer zur Verfügung gestellt“, bedankt sich Hegermann.Den Abschluss der Musikwerkstatt bildet ein Bühnenprogramm, bei dem das Einstudierte gezeigt wird. „Die Flüchtlinge wurden über die Musikwerkstatt in ihren Unterkünften informiert und einige haben sogar schon dort ihren Auftritt geprobt“, berichtet Hegermann. Zahlreiche Sponsoren haben die Aktion unterstützt. Neben kostenfreien Getränken und Kuchen hat Dolmetscherin Nevina Salama vom Kreisintegrationszentrum bei der Deutsch-Arabischen Verständigung geholfen. Der Trommelworkshop von Musikschullehrer Christopher Hafer war sehr gut besucht, sodass sogar noch zwei Interessenten aus Platzmangel nicht daran teilnehmen konnten. Dennoch war kein Flüchtling in der Gruppe: „Ich denke, dass wir mit der Idee erst am Anfang sind und diese noch weiterführen müssen. Grundsätzlich ist es aber eine tolle Idee so etwas anzubieten und sich für die Integration der neuen Nachbarn einzusetzen.“ Teilnehmer Olaf Knob ist ebenfalls von dem Konzept überzeugt: „Musik unterstützt bei der Integration und es macht auch noch Spaß.“ Romy Becker wollte einfach mal etwas Neues ausprobieren: „Ich singe sonst im Chor und finde, dass Trommeln ein gutes Einstiegsinstrument ist, bei dem wenig Vorkenntnisse vorausgesetzt werden. Über die Musik kann man Beziehungen zu anderen Menschen knüpfen und das ist sprachunabhängig.“ Johanna Gackowski hat beim Chor-Workshop mitgemacht: „Wenn man möchte, kann man sich auch mit Händen und Füßen verständigen.“

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