Haaner Kirmes 2019: Drei Polizisten bei Streit in Haan verletzt

Gewalt auf Haaner Kirmes : Gruppe tritt und schlägt auf Polizisten ein - drei Beamte verletzt

Als nach einer Anzeige wegen Beleidigung Polizisten die Personalien des Verdächtigen feststellen wollen, mischen sich knapp zwei Dutzend Männer ein, pöbeln und prügeln. Am Ende ist die Sache zwar geklärt, aber drei Polizisten verletzt.

In der Nacht zum Sonntag musste die Polizei eine Tumultlage auflösen, welche sich nach Ende der Haaner Kirmes vor einem Café an der Kaiserstraße gebildet hatte. Gegen 1.15 Uhr meldete sich eine 42-jährige Haanerin bei der Polizei, weil sie in einem Café von einem 28-jährigen Mann auf sexueller Grundlage beleidigt worden war. Kurz darauf konnten Polizeibeamte den von der Frau beschriebenen Beschuldigten in einer Gruppe von etwa 20 bis 25 Männern vor dem Café antreffen. Da der Beschuldigte angab, keinen Personalausweis mit sich zu führen, sollte er zur Identifizierung und Auffindung amtlicher Ausweisdokumente durchsucht werden.

Die Gruppe zeigte sich mit dieser polizeilichen Maßnahme jedoch überhaupt nicht einverstanden und pöbelte die Beamten an. Wie die Polizeipressestelle mitteilte, leistete besonders ein Mann aus der Gruppe erheblichen Widerstand gegen die Durchsuchung des 28-Jährigen und behinderte die Einsatzkräfte demonstrativ und in bedrohlicher Art und Weise bei ihrer Arbeit.

Als die Beamten den Störer deshalb mit einfacher körperlicher Gewalt wegschieben wollten, sei die Situation eskaliert. Mehrere weitere Männer aus der Gruppe wurden nun aktiv und griffen die Polizeibeamten mit Schlägen und Tritten an und versuchten, diese ebenfalls von dem zu durchsuchenden 28-Jährigen zu trennen. Einer der Straftäter nahm sogar mehrere Meter Anlauf, um dann einem Beamten gezielt und mit großer Wucht in die Hüfte zu treten. Der Beamte wurde dabei leicht verletzt.

Letztendlich konnten die Einsatzkräfte die Lage dennoch schnell unter Kontrolle bringen; dabei setzten sie auch den Schlagstock ein. Hinzugezogene Unterstützungskräfte aus dem Kreisgebiet bildeten schließlich eine Polizeikette. Nur so konnte die Durchsuchung des 28-Jährigen schließlich ohne weitere Störungen durchgeführt und erfolgreich beendet werden. Unterdessen waren aber die beiden zuvor aus der Gruppe heraus aktiven „Hauptaggressoren" geflüchtet. Weitere Ermittlungen zu ihrer zweifelsfreien Identifizierung dauern aktuell noch an.

Diesen beiden Männern werden wie folgt beschrieben: der erste Angreifer war etwa 1,90 Meter groß, 35 bis 40 Jahre alt, hatte schwarze, mittellange Haare, nach hinten gekämmt, einen schwarzer, kurz geschnittenen Vollbart. Er trug eine dunkle Hose sowie ein dunkelblaues Hemd. Der zweite Angreifer war etwa 1,85 Meter groß, 20 bis 30 Jahre alt, hatte braune, kurze Haare und einen mittellangen blonden Vollbart. Er trug eine helle Jeans sowie ein schwarzes T-Shirt.

Bei ersten polizeilichen Ermittlungen vor Ort zeigten sich die anderen Männer aus der Gruppe weiterhin nicht kooperativ und den Beamten gegenüber verbal äußerst aggressiv. Nach kurzer Zeit verließen diese Männer den Einsatzort jedoch ohne weitere Eskalationen in unterschiedliche Richtungen.

Nach Beendigung der Maßnahmen spürten drei Polizeibeamte Reizungen an den Augen sowie den Atemwegen, welche von versprühtem Reizgas verursacht worden sein könnten. Seitens der Polizei erfolgte jedoch kein Pfeffersprayeinsatz. Drei Beamte wurden bei den körperlichen Auseinandersetzungen leicht verletzt - eine ärztliche Behandlung war jedoch nicht erforderlich, sie verblieben dienstfähig. Es wurden Strafverfahren wegen tätlichen Angriffes auf Vollstreckungsbeamte sowie wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage eingeleitet.

Wer Hinweise zu den geschilderten Vorfällen auf der Kaiserstraße, wie auch zu Identität, Herkunft und Verbleib der beiden beschriebenen Männer geben könnte, sollte sich an die Polizei in Haan wenden unter Telefon 02129 9328 6480.