Haan: Haaner Firma gibt Schrauben letzten Schliff

Haan: Haaner Firma gibt Schrauben letzten Schliff

Der Spezialist für Oberflächentechnik, Trowal, versorgt weltweit Kunden in verschiedenen Branchen. In diesem Monat stellt das Unternehmen seine neue Version einer Beschichtungs-Maschine vor.

Was haben Ohrringe, Schrauben, Reißverschlusszähne, Spielwürfel und Korken für Weinflaschen gemeinsam? Sie alle landen mitunter im "Rotamat" der Firma Walther Trowal: Die Maschine, die ein wenig an eine übergroße Waschtrommel erinnert, versieht unterschiedliche Gegenstände des alltäglichen Lebens mit wasserbasierendem oder lösemittelhaltigem Lack - sei es, um ihnen eine dekorativere Optik zu verleihen, oder um sie vor Korrosion zu schützen. Das Gerät gibt es dabei in unterschiedlichen Größen, je nach benötigtem Volumen.

Neu auf den Markt gebracht hat das Haaner Unternehmen nun den "Rotamat R 60", der im Gegensatz zu seinen Vorläufern für geringe Füllvolumina bis zu 15 Litern ausgelegt ist. "Dessen Trommel lässt sich zwar auch in die größeren Anlagen" einbauen", stellt Frank Siegel, Verkaufsleiter Beschichtungstechnik beim Unternehmen, klar. Das sei für manche Kunden angesichts ihrer kleinen Chargen jedoch nicht sehr sinnvoll. Zudem würden sich Metallteile mit hohem spezifischem Gewicht, wie zum Beispiel Spikes für Winterreifen, in größeren Trommeln zu stark untereinander reiben.

Von der Neuschöpfung verspricht sich Siegel somit auch einen erweiterten Kundenkreis. Die Funktionsweise indes ist bei allen Geräten gleich: Die Werkstücke kommen in die Trommel. Während diese sich nun im Uhrzeigersinn dreht, besprüht eine im Deckel angebrachte Pistole stets denselben Bereich mit Lack - bis schließlich das gesamte Material damit bedeckt ist. "Bei diesem System gibt es nur einen minimalen Overspray", betont Siegel. Der jeweilige Lack gelange also in erster Linie dorthin, wo er auch gebraucht werde. Bei der "PaintExpo" in Karlsruhe vom 17. bis 20. April stellt Walther Trowal seine neue Errungenschaft vor.

Begonnen hatte das Geschäft mit den Beschichtungs-Maschinen früh. "Ursprünglich wurden die Geräte gebaut, um einen Überzug auf Tabletten aufzutragen, damit die sich nicht schon in der Speiseröhre auflösen", erklärt Marketing-Leiter Georg Harnau. Später traten andere Anwendungsformen in der Industrie in den Vordergrund.

Rund 300 Kunden weltweit nutzen die Anlagetechnik von Walther Trowal, erklärt Harnau. Mehrere tausend nähmen hingegen die Gleitschleiftechnik in Anspruch: Mithilfe von so genannten Schleifkörpern, die zusammen mit dem jeweiligen Werkstoff in einen rotierenden Behälter gegeben werden, lassen sich die unterschiedlichsten Gegenstände schleifen, polieren oder abrunden.

Diese Technik ist nicht nur traditionell mit dem Unternehmen verknüpft, sondern verdankt ihm sogar ihren Namen: Der Betrieb ließ sich den Begriff "Trowalisieren" schützen. Der Name des 1931 gegründeten Unternehmens setzt sich aus den Worten "Trommel" und dem Nachnamen des Gründers Carl Kurt Walther zusammen.

(RP)