Haan: Haaner Firma füllt eine echte Marktlücke

Haan: Haaner Firma füllt eine echte Marktlücke

Peter und Petra Metzenthien haben sich mit "Kinder, Küche, Catering" auf Kinderessen spezialisiert. Etwa 750 Portionen liefern sie aus.

Peter Metzenthien (59) ist sichtlich stolz auf den kleinen Familienbetrieb. Mit fünf Mitarbeitern, "alles Ältere", ist die Firma vor einem Jahr in die Dieselstraße 5 in Haan umgezogen: "Die alte Metzgerei in Haan wurde zu eng für uns", sagt er. Mitarbeiter und Besucher dürfen den Küchentrakt nur mit Haube und Plastik-Überschuhen betreten. Die Lebensmittelüberwachung des Kreises, die gerne mal unangemeldet vorbeikommt, sei jedes Mal begeistert, erzählt er. Hygiene ist ihm ganz wichtig: In der eigentlichen Küche sieht man nur blitzblanke Arbeitsflächen. In den so genannten Kombidämpfern werden gerade Kaiserschmarrn und Pfannkuchen produziert: "Da drin können sie bei 350 Grad und ganz ohne Fett beinahe alles kochen." In zwei bis drei Stunden werden die Pfannkuchen bereits verspeist sein. - Fonds für Linsensuppe köchelt in einem großen Behälter: "Alles frisch, nur Knochen und Gemüse", erklärt Metzenthien.

Schon immer hat der gelernte Kaufmann gerne für Familie und Freunde gekocht. "Das war ein Hobby." Bis Mitte 40 habe er in der Lebensmittelindustrie gearbeitet, dann habe man ihn entlassen. "Meine Frau hatte damals noch ein Café und ich habe damit begonnen, den Tennisclub Haan zu bewirtschaften." Weil er damit nicht ausgelastet war, arbeitete er als Caterer und kochte für Kinder. Das war vor über zehn Jahren.

Warum es ausgerechnet Kinderessen war, kann er nicht sagen. Offenbar hat er damals eine Marktlücke entdeckt: Schnell hat es sich herumgesprochen, dass Metzenthiens Essen "frisch zubereitet, abwechslungsreich und frei von Konservierungsstoffen" ist, lobt Heike Döring. Die Leiterin des Offenen Ganztags der Gemeinschaftsgrundschule Gruiten ist froh, dass das Kinderessen aus der Nachbarschaft angeliefert wird. 95 Portionen bezieht die Schule täglich. Petra Metzenthien (58) bringt sie persönlich vorbei. "Wir hatten früher einen anderen Caterer, aber das Essen war einfach nicht so frisch. Die Entfernung war zu groß und wenn es geliefert wurde, war es schon seit Stunden fertig." Metzenthiens produzieren inzwischen wochentags gut 750 Portionen Kinderessen. "Wir beschränken uns bewusst auf Haan, Hilden, Erkrath und Hochdahl", sagt der Chef. Solingen könne er sich eventuell noch vorstellen, verrät er. Da gebe es noch Bedarf.

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Je kleiner die Kinder sind, desto lieber kocht er für sie. "Tagesmütter, die auf dem Weg zu unseren großen Kunden liegen", beliefert er deswegen auch gerne mit. Die kleinen Kinder seien noch nicht so mäkelig wie die größeren, hat er festgestellt. Was mögen Kinder nicht? "Kohl, Kürbis und Spargel", sagt der Caterer. Sauerkraut gibt es, "wenn man es mit Ananassaft und -stückchen milder zubereitet". Schwein ist tabu. Würstchen kommen vom Geflügel, Gehacktes von Rind oder es wird durch Sojaprodukte ersetzt. Fisch steht regelmäßig auf dem Speiseplan, ebenso Salat und Rohkost.

Gelegentlich befriedigt er auch die Fast-Food-Gelüste der Kinder. Dann gibt es Vollkorn-Spaghetti und vegetarische Würstchen mit einer milden Currysauce. Nur Pommes lassen sich nicht ersetzen. Deswegen gibt es die "nur ganz selten".

(RP)
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