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Haaner Altenzentrum Friedensheim zieht Geldforderung an Bewohner zurück

Einigung : Friedensheim zieht Forderungen zurück

Gute Nachrichten für die Bewohner des Altenzentrums Friedensheim: Die Einrichtung – vertreten durch die Theodor-Fliedner-Stiftung – hat jetzt in einem außergerichtlichen Vergleich auf ursprünglich geforderte Nachzahlungen zu den Investitionskosten in Höhe von mehr als 350 Euro pro Monat für einen Zeitraum von bis zu 26 Monaten verzichtet.

Das bedeute im Einzelfall bis zu 9100 Euro, die nicht gezahlt werden müssen,  teilte die Interessengemeinschaft Friedensheim (IGF) jetzt mit.

Darüber hinaus sollen gegebenenfalls zu viel gezahlte Investitionskosten vom Friedensheim zurückgezahlt werden, hieß es. „Ich denke, dies ist ein Ergebnis, das sich vor dem Hinblick stetig steigender Pflegekostenbeiträge, die Bewohner beziehungsweise Angehörige tragen müssen, sehen lassen kann“. betont Rolf Brockmeyer. Der Mitbegründer der Interessengemeinschaft sieht sich und seine Initiative damit „nach zehn Monaten intensiver Arbeit am Ziel“.

Danach hatte es seinerzeit keineswegs ausgesehen, als sich zur Gründerversammlung im September vergangenen Jahres 72 Betroffene in „Moni’s Jägerhaus“ in Erkrath zusammenfanden.

Damals war die Aufregung enorm, denn die Forderungen machten einen durchaus nachhaltigen Eindruck: Der Betreiber des Friedenheims, die „Theodor-Fliedner-Stiftung“, hatte im Sommer 2019 Angehörige der Bewohner schriftlich informiert, dass Umbaumaßnahmen an den Gebäuden zwischen 2013 und 2017 Investitionskosten verursacht hätten, die nun über eine Erhöhung der Mieten von den Bewohnern zu erstatten seien. Dabei ging es um Mehrkosten von bis zu 100 Prozent, rückwirkend bis September 2017. Rolf Brockmeyer und Heinz Kurtz, die Vorsitzenden der Interessengemeinschaft, gaben ebenso wie Berater Markus Sutorius die Devise aus: „nicht zahlen“.

Bereits Anfang Oktober hatte die IGF das Gespräch mit der Fliedner-Stiftung gesucht, um eine Einigung zu erzielen. Doch die schlug stattdessen eine Versammlung aller Beteiligten vor. Der Termin Mitte Oktober im Altenzentrum musste jedoch abgebrochen werden – wegen „tumultartiger Stimmung“, wie es damals hieß.

Es folgte ein Angebot, demzufolge die Bewohner nur noch 50 Prozent der ursprünglichen Kosten hätten bezahlen müssen. Doch die IGF blieb hart. Jede Zahlung sei ein Einknicken vor den unzulässigen Forderungen, hieß es. Und Sutorius warnte: „Wenn Sie bezahlen, geben Sie Ihr Einverständnis und können sich das Geld nicht mehr zurückholen“.

Mit dem jetzt getroffenen Vergleich endet auch diese Sorge. In einem Schreiben  der Heimleitung an die Bewohner vom 28. April wird ausdrücklich die Rückerstattung zu viel gezahlter Beträge zugesichert.

Auch die Interessengemeinschaft hat ihre Mitglieder umgehend informiert. In dem Schreiben heißt es wörtlich: „An dieser Stelle möchten wir uns bei Ihnen allen für Ihre Unterstützung bedanken. Hätten wir die Interessengemeinschaft Friedensheim nicht ins Leben gerufen, hätten wir – da bin ich mir absolut sicher – nicht heute dieses für uns alle sehr positive Ergebnis erreicht.“ Die geplante gemeinsame Feier müsse aufgrund der Corona-Krise zwar verschoben, solle aber nachgeholt werden. Bis dahin soll dann auch geklärt werden, ob und in welcher Form die IGF weiter bestehen soll.