Haan: Haaner Altenheime bestehen Überprüfung

Haan : Haaner Altenheime bestehen Überprüfung

Die Heimaufsicht des Kreises hat auch das Stella Vitalis, das Friedensheim und das Carpe Diem kontrolliert.

In den zehn kreisangehörigen Städten gibt es 51 Altenhilfe-Einrichtungen mit 5179 Plätzen. Sie werden regelmäßig von der Heimaufsicht des Kreises Mettmann untersucht, die Ergebnisse veröffentlicht. Wie sieht es für die drei Haaner Seniorenheime aus? In allen drei Haaner Altenheimen wurden nur "geringfügige Mängel" festgestellt und nach der Beanstandung beseitigt. Das Seniorenzentrum Friedensheim (Dellerstraße 31) bietet ein umfassendes Angebot einschließlich Hospiz und Kurzzeitbetreuung. Die Einrichtung der Theodor-Fliedner-Stiftung ist mit 226 Plätzen auch das größte Haaner Altenheim. Die Heimaufsicht stellte geringfügige Mängel bei der Pflege und Betreuung fest. Dabei ging es unter anderem um die grundpflegerische Versorgung, Weiterleitung von Informationen an den Arzt, die Durchführung von ärztlichen Verordnungen, Ernährung, Wundversorgung, Pflege bei Diabetes sowie die spezielle Sondenpflege. Geringfügige Mängel wurden auch bei der Wohnqualität dokumentiert. Das hatte mit den Umbauarbeiten zu tun, die während der Prüfung (28. Januar 2016) stattfanden. Das Friedensheim habe die Mängel beseitigt, so die Heimaufsicht.

Das Stella Vitalis (Bahnhofstraße 10) ist eine private Pflegeeinrichtung mit 91 Plätzen. Bei der Prüfung am 29. September 2016 war der Ausgang eines Wohnbereichs mit einer Bank zugestellt. In den Bereichen Pflege- und Betreuungsqualität, Pflegeplanung und Dokumentation, Organisation ärztlicher Betreuung, Umgang mit Arzneimitteln und Anforderungen an die Hygiene fanden sich geringfügige Mängel. Sie wurden abgestellt. Der private Senioren-Park Carpe Diem betreibt 23 Altenheime, darunter auch eine Einrichtung mit 90 Plätzen in Haan (Düsseldorfer Straße 50). In den Bereichen Pflege- und Betreuungsqualität, Pflegeplanung und Dokumentation, Organisation ärztlicher Betreuung, Umgang mit Arzneimitteln und Anforderungen an die Hygiene fanden sich geringfügige Mängel, so die Prüfer. Auch sie wurden beseitigt.

In anderen Heimen in anderen Kreisstädten stellte die Heimaufsicht dagegen schwere Mängel fest. Einige Angestellte hatten erhebliche Vorstrafen. In einem Fall war mehrfach abgelaufenes Insulin verabreicht worden.

Die Heimaufsicht berät und informiert über die Rechte und Pflichten von Heimbewohnern und Heimbetreibern und geht Beschwerden und Anregungen der Bewohner und ihrer Angehörigen nach - auch anonymen Beschwerden (Telefon 02104 99-2136, -2115, -2168. Mail: heimaufsicht@kreis-mettmann.de).

Kann sie etwas bewirken? Das hänge davon ab, welche Vorfälle gemeldet werden, ob diese nachgewiesen werden können und ob die Einrichtung oder einzelne Mitarbeiter wirklich eine Verfehlung begangen haben, sagt die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen in Bonn. Das sei gerade bei pflegebedürftigen Menschen, die sich nicht mehr klar ausdrücken könnten oder kognitiv eingeschränkt seien, häufig schwer zu beurteilen. Hinzu komme, dass auch offizielle Stellen nicht jeder Beschwerde sofort nachgehen könnten. Es sei aber "auf jeden Fall wichtig und sinnvoll", Pflegemängel und ordnungsrechtliche Verfehlungen der Heimaufsicht zu melden: "Sonst erfährt niemand davon." Hauptaufgabe der Heimaufsicht sei es aber, durch Beratung und Vermittlung bereits im Vorfeld Probleme zu verhindern. Anfang September lud die Arbeiterwohlfahrt Haan interessierte Senioren und Angehörige zu einer Erkundung der drei Haaner Altenheime ein. "Wir haben das bereits 2015 gemacht und das wurde sehr gut angenommen", erzählt Jutta Barz von der Arbeiterwohlfahrt Haan: "Wer sich bewusst für eine Einrichtung entscheidet, lebt sich dort auch besser ein", sagt sie. Wichtig sei es, sich verschiedene Altenheime anzusehen.

(cis)